VOM FOTO ZUM PERFEKTEN RAW

digit! 4-2017Für Bildqualität geben Fotografen gern und viel Geld aus: Für neue Kameras mit (leider) immer mehr Megapixeln, für das perfekte Objektiv, für Licht und für Zubehör. Leider investieren deutlich weniger Leute in Wissen.

Vor einigen Jahren stand meine Frau an unserem Messestand und bewarb unsere Workshops. Ein Besucher schlenderte zu unserem Stand, um den Hals eine Nikon D4 und eine Nikon D4s, beide bestückt mit lichtstarken und teuren Edelteleoptiken, die einem Naturfotografen, wenn er sie sich denn leisten kann, gute Dienste tun. Zum Warmwerden lobte meine Frau sein Equipment und fragte ihn, mit welchem RAW-Konverter er arbeiten würde. Mit keinem, war die Antwort. Er mache nur JPEGs und bearbeite alles in Photoshop. Ob ihn ein Capture-One-Workshop interessieren würde? „Was kostet das denn?“ – „Zwei Tage mit acht echten Schulungsstunden pro Tag in Kleingruppen mit maximal vier Personen von unserem Phase One Certified Pro kosten 595 Euro“. Das Erstaunen in seinem Blick wandelte sich in Entsetzen, worauf er kopfschüttelnd mit dem Satz „Seid ihr wahnsinnig, 600 Euro für einen Workshop zu verlangen?“ verschwand.

In dieser 3-teiligen Serie Hi-Fi-Fotografie will ich versuchen, die wichtigsten Techniken aus meinen Workshops kurz und knapp darzustellen und die „Angsthemen“ der meisten Fotografen anzusprechen: digitale Basics, Kamerakalibrierung, Bildfinishing, richtiges Scharfzeichnen, Farbmanagementpraxis, Aufbereiten von Bildern für den Druck und viele weitere Themen, von denen jeder Fotograf weiß, dass er sich eigentlich damit beschäftigen sollte, dafür aber immer viel zu beschäftigt ist.

 


digit! 4-2017Los geht es mit RAW
Stellte ich vor zehn Jahren bei meinen Vorträgen auf Messen die Frage, wer mit RAW fotografiert, waren es ca. 20 Prozent. Heute sindes meist gute 80 Prozent. Dass RAW das bessere Format ist, hat sich herumgesprochen. Nur bei der Frage nach dem Warum und wie man es am besten ausnutzt, hat sich leider nicht viel geändert. Immerhin haben schon ca. 20-30 Prozent von Expose to the Right (ETTR) gehört. Leider nur fünf Prozent von ISO-Invarianz, und wenn ich nach dem linearen Gamma frage und sich jemand meldet, erkenne ich meist frühere Schulungsteilnehmer. Und dies, obwohl Bruce Fraser und Jeff Schewe (Adobe-Berater und Consultants) schon vor knapp 15 Jahren diesen Begriff und dessen immense Bedeutung in ihren Büchern und in einem Whitepaper erklärt haben. Wer diese Techniken verstanden hat, gewinnt deutlich mehr als mit einer neuen Kamera, bzw. weiß die neue Kamera besser auszusuchen.

Und das Beste ist: Was sich hier recht kompliziert anhört, ist eigentlich sehr einfach.

Warum ist RAW besser? Typische Antworten sind: „Es ist nicht komprimiert.“ Meist ist das falsch, „es hat mehr Abstufungen.“ Ja, aber wie viele kann ich nutzen und wie? „Man kann mehr rausholen“, warum und wieso?

Quantifizierbare Vorteile
Alle diese Aussagen sind nicht quantifizierbar, jeder, der bisher noch nicht mit RAW arbeitet, hätte nach diesen Aussagen mehr Fragen als vorher. Daher wollen wir uns zunächst die wahren Vorteile von RAW ansehen, Schritt...

 

 

 


digit! 4-2017Bestellen Sie die digit! 4-2017 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Preis beträgt 6,50 Euro (inkl. 7% MwSt.) zzgl. 0,80 Euro Versand.
Die Zahlung erfolgt per Rechnung.

 

 

digit! Aboservice

Postfach 1331
53335 Meckenheim

E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Telefon:
02225/7085-340

Telefax:
02225/7085-399

Social Links