DAYLIGHT B&W-BEAUTY-PORTRAITS

digit! 6-2017Die Schwarzweißfotografie ist so lebendig wie selten. Wenn Sie die Vogue durchblättern oder in Ausstellungen gehen, hinterlassen die nüchtern-intensiven Schwarzweißbilder einen nachhaltigeren Eindruck als farbige Fotografien. Woran liegt das? Von Tilo Gockel

Peter Lindbergh hat einmal gesagt: „Ich habe das Gefühl, Schwarzweiß, das geht durch die Haut und die Farbe geht da nicht durch …!“ Ganz klar, Schwarzweiß ist klarer, ehrlicher, geradliniger. Portraits in Schwarzweiß wirken natürlicher und authentischer.

Aber Vorsicht: Gemeint ist hier nicht das schlichte Löschen der Farbinformation, um langweiligen Farbfotos wenigstens noch einen „arty“-Look mitzugeben. Nicht jedes Ausgangsmaterial taugt für die Schwarzweißumwandlung. Wirkungsvolle Schwarzweißfotografie gelingt am besten, wenn man bereits vor der Aufnahme in Graustufen denkt und entsprechend auch Kleidung, Location und Licht darauf abstimmt. Wichtig sind ausgeprägte Hell-Dunkel-Kontraste, klare Formen, Kanten und Linien und interessante Schattierungen und Texturen.

Die Locations und das Licht
Die Fotos in diesem Beitrag sind allesamt mit natürlichem Licht vor Ort entstanden. Dieser Ansatz spart zwar die Blitzlichter undReflektoren, bedeutet aber auch, dass man die Location im Hinblick auf das Licht besonders sorgfältig aussuchen sollte.

digit! 6-2017

Gesucht sind Orte, die das Licht „modulieren“. Es bieten sich an:

  • dicht stehende Häuser, bei welchen die Fassaden wie Reflektoren wirken,
  • Überhänge und Unterführungen, die das öde Licht von oben blocken und nur noch das schmeichelnde, frontale Licht überlassen,
  • Gebäude mit Ausbrüchen und großen Fenstern, die als Lichtquelle dienen können.

Mit ein bisschen Übung erkennt man diese Stellen. Man findet dort einen besonderen Schein vor, der durch das weiche, seitliche Licht der Umgebung entsteht. Der Angelsachse spricht von Directional Light und von Open Shadows – Begriffe, die keine gute Entsprechung im Deutschen haben. Gemeint ist weiches, diffuses Licht, das nicht von oben einfälltund eine dunkle Waschbärbrille erzeugt, sondern das frontal von vorne kommt und leuchtende Augen und eine schöne Schattierung bewirkt. 

Am einfachsten ist es, Augenkontakt mit dem Modell herzustellen und dann während der Suche nach dem richtigen Winkel auf die Catchlights im Auge, auf die Veränderung der Schatten in den Augenhöhlen, an der Nase und an den Wangenknochen zu achten. Wünschenswert ist eine Schattierung, wie sie Visagisten...


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