Modernisierter Klassiker

Die X100 mit ihrem fest verbauten Weitwinkel und dem klassischen Sucherkamera-Aussehen war von Anfang an etwas Besonderes. Die fünfte Generation der Kamera, die neue Fujifilm X100V, setzt die Familientradition fort, der Retro-Look wurde behutsam modernisiert. Thorsten Wulff hat die Neue ausgeführt.

Im immer noch handlichen Gehäuse steckt mit der 26-Megapixel-X-Trans-APS-C-Sensor-und-Prozessor-Kombi die Kerntechnologie der X-Pro3 (womit sie zur bisher schnellsten X100 wird). Der Standard-Empfindlichkeitsbereich der Kamera reicht von ISO 160 bis 12.800, erweiterbar auf 51.200. Der Hauptvorteil des BSI-CMOS-Sensors ist die hohe Auslesegeschwindigkeit; bis zu 20 Bilder pro Sekunde werden so bei Verwendung des elektronischen Verschlusses möglich. Auch der mechanische Verschluss bietet eine Burst-Rate von elf Bildern. In der Straßenfotografie verpasst man mit solchen Geschwindigkeiten keinen Augenblick, auch wenn die elegante X100 eine solche Performance eigentlich nicht nötig hat.

Der neue Sensor mit dem von der X-Pro3 entliehenen Phasenerkennungs-Autofokus verteilt seine 425 AF-Punkte über fast den gesamten Bildbereich. Bei der X100F waren es „nur“ 325 Punkte. Verfolgung und Gesichts-/Augenerkennung arbeiten dementsprechend auf dem Niveau der Fujifilm-Topmodelle. Der Autofokusbereich kann per Menü begrenzt werden, ein nützliches Feature für Straßenfotografen.

Was das manuelle Fokussieren betrifft, lässt sich im Sucher der verfügbare Schärfentiefenbereich zuverlässig anzeigen – das Objektiv hat keinen Platz für eine Skala –, wenn Sie im Menü „Film Format“ statt „Pixel Basis“ auswählen. Die Schärfe wird durch eine weiße Markierung mit blauem Bereich angezeigt, der sich beim Abblenden ausdehnt.

Während ich bisher meine – zugegebenermaßen schon etwas ältere – X100S im manuellen Betrieb nutzte, setzte ich bei der V auf den Einzelpunkt-Autofokus. Warum? Weil sie es kann. Die Kamera bietet außerdem noch eine automatische Scharfeinstellung in den Fokuszonen mit einer Auswahl an 3 x 3, 5 x 5 oder 7 x 7 aus 117 AF-Punkten und Weit/Verfolgung mit bis zu 18 AF-Feldern.
Das 23-mm-f/2-Objektiv (entspricht 35 mm Vollformat) ist eine der höheren Auflösung aktueller Sensortechnik geschuldete Neukonstruktion, um bei voller Öffnung und bis in die Ecken hinein mit der Auflösung des Sensors mithalten zu können. Ein asphärisches Linsenelement kam hinzu, und der ND-Filter wurde in der Abdunklung von drei auf vier Lichtwerte verstärkt. Das Super EBC ƒ 23mm 1:2 II wirkt äußerlich unverändert und ist mit eventuell schon vorhandenem Zubehör wie dem WCL-X100-II-Weitwinkeladapter (für eine 28 mm äquivalente Brennweite), dem TCL-X100-II-Telekonverter (50 mm) und dem AR-X100-Adapterring kompatibel geblieben. Erst im Zusammenspiel mit dem PRF-49-Schutzfilter wird die Kamera rundum wettergeschützt.

Der Hybrid-Sucher der X100V bietet mit dem neuen OLED-Panel einen höheren Kontrast für überlagerte Informationen als die LCD-Sucher früherer Modelle. Gleich zwei Neuerungen für die X100-Serie bringt der Hauptbildschirm: …

 


Lesen Sie weiter in


 

TIPA 2020