Klonen und Stempeln in der Ebene

Capture One agiert jetzt unabhängig von Phase One. Die Referenz zum Kalenderjahr, das neue Icon der Software und die Homepage markieren ein neues Kapitel. Fünf Tools sind in der Version 20 (intern 13.1) hinzugekommen, die Werkzeuge Reparieren und Stempeln sind dabei besonders interessant, findet Michael Marczok.

Die beiden neuen Tools sind an die Ebenenpalette angedockt. Der Heal Brush, also der Reparaturpinsel, und der Clone Brush, das Stempelwerkzeug, erzeugen eine eigene neue Ebene. Beim Anwenden der Werkzeuge wird jeweils eine Maske angelegt. Beides zusammen, Ebene und Maske, macht die Funktion der Werkzeuge enorm flexibel. Die Ebenen können in der Deckkraft und damit in der Wirkung der Retusche geregelt, die Maske kann hinzugefügt, erweitert, gelöscht oder auch mit verminderter Deckkraft aufgetragen werden.

Grundsätzlich arbeiten beide Werkzeuge ähnlich, sie ersetzen einen ausgewählten Bereich eines Bildes durch einen anderen, gehen dabei aber unterschiedlich vor: Der Heal Brush erledigt seine Aufgabe weitestgehend automatisch. In der Ebenenpalette wird über das entsprechende Symbol, ein Heftpflaster, das Tool ausgewählt. Dann wird es auf der neuen Reparaturebene wie ein Pinsel benutzt. Die ausgewählten Bereiche werden farbig markiert, entweder nur beim Auftragen oder dauerhaft, genau so wie bei einer herkömmlichen Maske. Der Algorithmus hinter dem Werkzeug sucht dann einen passenden Bereich in der Nähe der Maske aus, setzt diesen dann ein und verrechnet ihn so mit der Umgebung, dass nichts auffällt. Das funktioniert auf Flächen, zum Beispiel bei einer Hautretusche, natürlich super. Sobald aber Strukturen rund um die Maske herum existieren, wird es schon schwieriger, störende Details werden dann mit in die Retusche einbezogen.

Für diesen Fall kann die Quelle für die Retusche manuell verschoben werden, in einen Bereich, der für die Ersetzung im Ziel besser passt. Da der markierte Bereich wie eine Maske arbeitet, kann die Form und Größe jederzeit verändert, auch gelöscht werden, was superpraktisch ist, vor allen Dingen, wenn man als Fotograf die Arbeit mit Masken zum Beispiel von Photoshop gewohnt ist. Der Clone Brush arbeitet sehr ähnlich, aber nicht automatisch. Es wird auch eine neue, eigene Klonebene angelegt. Die Quelle für ein Kopieren eines Bildbereiches in einen anderen, wie man es vom klassischen Stempel kennt, wird manuell ausgewählt. Dazu hält man zunächst ganz klassisch …


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TIPA 2020