Bilder vermarkten

Sollte man die Vermarktung der eigenen Bilder selbst in die Hand nehmen oder delegieren? Wir haben mit einer Makrostockfotografin und dem Betreiber eines Webshops für Prints über ihre Erfahrungen gesprochen.

Mareen Fischinger, Stockfotografie

Stockfotografin Mareen Fischinger

„Als Stockfotografin bin ich selbstbestimmt“

Darum gehts

Mareen Fischinger stieg 2006 ins Stockfotografie-Geschäft ein – während eines Auslandsaufenthalts in New York. „Ich hatte einen Vertrag bei Getty Images. Die Konditionen waren gut, ich hätte damals viel mehr gutes Geld verdienen können, wenn ich das konsequenter verfolgt hätte“, sagt sie. Heute fährt die Kölnerin zweigleisig: Einerseits fotografiert sie für Kunden aus dem Konsumgüter-, Dienstleistungs- und Telekommunikationssektor, andererseits Stock-Fotobilder.

Das steckt dahinter

Fischinger hat sich bewusst für den Macro-Stock-Bereich entschieden, also für jene Bildagenturen, die über gut kuratierte und hochwertige Bildbestände verfügen und ihre Bilder zum Teil „Rights Managed“, das heißt zeitlich und örtlich begrenzt, anbieten, dafür aber auch zu signifikant höheren Preisen als Microstock-Agenturen wie Fotolia oder iStock.

Seit 2004 hat sie einen Vertrag mit Westend61 und seit 2014 arbeitet sie nahezu ausschließlich für die Premiumbildagentur, die sich auf hochwertige, europäisch anmutende Lifestyle-Aufnahmen spezialisiert hat und diese weltweit vertreibt. Fischingers Spezialität: People-, Corporate-, Medical- und Lifestyle-Aufnahmen mit sonnigem und generischem…

mareenfischinger.com | blog.mareenfischinger.de


Johannes Riggelsen, Stockfotografie

Blick in den Webshop von Johannes Riggelsen: Die meisten Kunden ordern höherpreisige Produkte – etwa großformatige Alu-Dibond-Prints –, was der Wertschöpfung des Fotografen zugutekommt.

Filmemacher und Fotograf Johannes Riggelsen über seine Erfahrungen mit Webshop-Systemen

„Motivation und Durchhaltevermögen sind das Wichtigste“

Darum gehts

„Filmmaker & Photographer“ steht auf der Website von Johannes Riggelsen, in ebendieser Reihenfolge – und das aus gutem Grund. Denn de facto erwirtschaftet der 30-Jährige, der sich vor vier Jahren mit Fotoreportagen von Musikfestivals selbstständig machte, heute rund 70 Prozent seines Einkommens als Filmemacher. Riggelsen erstellt unter anderen Imagefilme für mittelständische Unternehmen. Spezialisiert hat er sich aber vor allem auf sogenannte After-Movies, Trailer von Musikfestivals, welche die Festival-Atmosphäre in schnellen auf die Musik geschnittenen Takes verdichtet. Die Wertschöpfung sei im Bewegtbildbereich grundsätzlich besser als bei fotografischen Aufträgen, sagt Riggelsen. Sein fotografisches Spielbein will er dennoch weiter ausbauen. „Die unterschiedlichen Herausforderungen, Arbeitsabläufe und Ausdrucksmöglichkeiten von Film und Foto reizen mich gleichermaßen, beides hat definitiv seinen Zauber. Deshalb freue ich mich gleichermaßen über Film- und Foto-Aufträge“, sagt er. Darüber hinaus fotografiert der Hamburger gerne frei – vorwiegend im Bereich Street Photography, meist mit der Sony A7 SII, mit der er auch filmt, zuweilen aber auch mit einer Panasonic-Lumix-LX100-Kompaktkamera. Das Spektrum der im Vintage-Look gehaltenen Motive reicht von urbanen Straßenszenen über subkulturell angehauchte Snapshots bis hin zu romantischen Stadt- und Landschaftsaufnahmen. „Das Feedback auf meine Bilder auf Facebook und Instagram ist wirklich gut. Als immer mehr Leute gefragt haben, ob es die Bilder auch zu kaufen gibt, habe ich vor vier Monaten einen Webshop aufgesetzt“, sagt er.

Das steckt dahinter

Entschieden hat sich Riggelsen nach ausgiebigen Recherchen für das Shop-System von pictrs, ein Anbieter mit Sitz in Leipzig, der rund 6.000 Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat. Das Unternehmen bietet das marktübliche Spektrum an Bildprodukten an – vom Print auf…


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