Sony World Photography Awards ehren Gewinner

Die Sony World Photography Awards haben bei einer Galaveranstaltung in London die Gesamtgewinner 2026 bekannt gegeben.

Fotos von Citlali Fabián

Der Titel „Photographer of the Year 2026“ wurde an Citlali Fabián für die Serie „Bilha, Stories of my Sisters“ verliehen. Citlali Fabián ist eine bildende Künstlerin aus der indigenen Gemeinschaft der Yalalteca in Mexiko, die derzeit in London lebt und sich in ihrer Fotografie mit Fragen der Identität und deren Verbindungen zu Territorium, Migration und Gemeinschaftsbindungen auseinandersetzt. Fabián erhält ein Preisgeld in Höhe von 25.000 US-Dollar, eine Auswahl an Sony Digital Imaging-Ausrüstung sowie die Möglichkeit, eine Einzelausstellung im Rahmen der Sony World Photography Awards 2027 zu präsentieren.

Die Sony World Photography Awards, die bereits zum 19. Mal stattfinden, setzen Maßstäbe für die internationale Anerkennung von Fotografie; ein unverzichtbarer Moment im globalen Kulturkalender, der die Fotografen entdeckt, feiert und würdigt, die unsere visuelle Welt prägen. Bei den diesjährigen Wettbewerben wurden über 430.000 Bilder aus mehr als 200 Ländern und Gebieten eingereicht. Jede Ausgabe der Awards rückt Geschichten und Bilder mit tiefgreifender Resonanz in den Fokus und bietet eine maßgebliche Perspektive auf die sich ständig weiterentwickelnde Kunst der Fotografie.

Die Ausstellung zu den Sony World Photography Awards 2026 ist vom 17. April bis zum 4. Mai im Somerset House in London zu sehen und präsentiert über 300 Abzüge und eine Vielzahn an Bildern auf digitalen Displays sowie eine Sonderpräsentation von Joel Meyerowitz.

Fotografin des Jahres

Citlali Fabián gewinnt für ihr Projekt „Bilha, Stories of my Sisters“, das sorgfältig gestaltete fotografische Porträts mit digitalen Illustrationen verbindet. Die Serie erzählt die Geschichten von ikonischen Frauen aus indigenen Gemeinschaften in ganz Oaxaca, Mexiko, deren Engagement in verschiedenen Bereichen – unter anderem in Recht, Linguistik, Kunst und Ökologie – bedeutende Auswirkungen hat. Konzipiert als Projekt, um junge Mädchen mit positiven Vorbildern zu inspirieren, und entstanden in enger, kontinuierlicher Zusammenarbeit mit den Frauen auf den Fotos, heben die Bilder dieser Serie sowohl ihre Leistungen als auch ihre Lebenserfahrungen und Motivationen hervor. Die auf die Porträts aufgebrachten digitalen Zeichnungen bestehen aus Symbolen und Motiven, die die persönlichen Lebenswege der Porträtierten widerspiegeln und ihr kulturelles Erbe würdigen.

Gewinner der Kategorie Professional

Die Gewinner-Serien des Wettbewerbs Professional 2026 wurden von einer Fachjury ausgewählt. Jeder der Gewinnerfotografen zeichnet sich durch einen originellen Ansatz beim Storytelling und herausragende technische Fähigkeiten aus. Alle Kategoriesieger erhalten eine Sony Digital Imaging-Ausrüstung und wurden zur Teilnahme an „Insights“ eingeladen, einem Tag mit Fachvorträgen von Branchenexperten in London. Weitere Informationen zu den diesjährigen Gewinnern und Finalist*innen in der Kategorie „Professional“ gibt es hier.

Die diesjährigen Gewinner sind:

ARCHITEKTUR & DESIGN
Gewinner: Joy Saha (Bangladesch) für „Homes of Haor“
Finalisten: 2. Platz André Tezza (Brasilien); 3. Platz Chen Liang (Festlandchina)

KREATIV
Gewinnerin: Citlali Fabián (Mexiko) für „Bilha, Stories of My Sisters“
Finalisten: 2. Platz Pablo Ramos (Mexiko); 3. Platz Ben Brooks (Vereinigtes Königreich)

DOKUMENTATIONSPROJEKTE
Gewinner: Santiago Mesa (Kolumbien) für „Under the Shadow of Coca“
Finalisten: 2. Platz Colin Delfosse (Belgien); 3. Platz Alexandre Bagdassarian (Frankreich)

UMWELT
Gewinnerin: Isadora Romero (Ecuador) für „Notes on How to Build a Forest“
Finalisten: 2. Platz Matteo Trevisan (Italien); 3. Platz Shane Hynan (Irland)

LANDSCHAFT
Gewinnerin: Dafna Talmor (Vereinigtes Königreich) für „Constructed Landscapes“
Finalisten: 2. Platz Andreas Secci (Deutschland), 3. Platz Michael Blann (Vereinigtes Königreich)

PERSPEKTIVEN
Gewinner: Seungho Kim (Republik Korea) für „Sunny Side Up: Ein Porträt der durchschnittlichsten K-Erziehung von heute“
Finalisten: 2. Platz Hayate Kurisu (Japan); 3. Platz Fredrik Lerneryd (Schweden)

PORTRAIT
Gewinner: Jean-Marc Caimi & Valentina Piccinni (Italien) für „The Faithful“
Finalisten: 2. Platz Marisa Reichert (Deutschland); 3. Platz Federico Borella (Italien)

SPORT
Gewinner: Todd Antony (Neuseeland) für „Buzkashi“
Finalistn: 2. Platz Morgan Otagburuagu (Nigeria); 3. Platz Rob Van Thienen (Belgien)

STILLLEBEN
Gewinnerin: Vilma Taubo (Norwegen) für „Talking Without Speaking“
Finalisten: 2. Platz Gargi Sharma (Indien); 3. Platz Daniele Vita (Italien)

WILDLIFE & NATUR
Gewinner: Will Burrard-Lucas (Vereinigtes Königreich) für „Crossing Point“
Finalisten: 2. Platz Anita Pouchard Serra (Argentinien); 3. Platz Wolfgang Duerr (Deutschland)

Open-Fotografin des Jahres

Der Open-Wettbewerb ist eine Hommage an die Kraft des fotografischen Bildes. Herausragende Bilder werden ausgewählt, weil sie einen Moment zu etwas verdichten, das weit darüber hinausgeht. Die „Open Photographer of the Year 2026“ ist Elle Leontiev (Australien), die einen Geldpreis in Höhe von 5.000 US-Dollar sowie Sony Digital Imaging-Ausrüstung erhält. Leontiev gewinnt mit „The Barefoot Volcanologist“, einem eindrucksvollen Porträt von Phillip Yamah, einem international anerkannten, autodidaktischen Vulkanologen, der auf der Insel Tanna in Vanuatu auf einer vulkanischen Gesteinsbombe steht.

Studentischer Fotograf des Jahres

Das Thema des diesjährigen Studierendenwettbewerbs lautete „Together“ und lud Fotografie-Studierende aus aller Welt ein, eine Serie zum Thema Zusammengehörigkeit einzureichen, wobei das Konzept im weitesten Sinne betrachtet werden sollte. Der “Student Photographer of the Year 2026” ist Jubair Ahmed Arnob (Bangladesch, Counter Foto – A Center for Visual Arts). Seine Serie „The Place Where I Used To Play“ erzählt visuell von der sich wandelnden Landschaft der Green Model Town in Dhaka, Bangladesch, wo die Stadtentwicklung das tägliche Leben und die Topografie der Vororte verändert.

Jugendfotograf des Jahres

Der Jugendwettbewerb 2026 lud alle Fotografen im Alter von bis zu 19 Jahren ein, sich an der offenen Ausschreibung zu beteiligen und ihre besten Bilder des vergangenen Jahres einzureichen. Der „Youth Photographer of the Year“ ist Philip Kangas (Schweden, 16 Jahre alt). Er erhält die Auszeichnung für „Saving History from the Flames“, ein bemerkenswertes Bild von zwei Feuerwehrleuten, die während eines Brandes ein Kunstwerk aus der Königlichen Kunstakademie in Stockholm tragen und dabei die Action und Zusammenarbeit des Augenblicks einfangen.

Herausragender Beitrag zur Fotografie

Der renommierte Preis „Outstanding Contribution to Photography 2026“ wird an den gefeierten Fotografen Joel Meyerowitz verliehen. Meyerowitz’ Schaffen zeichnet sich durch sein beobachtendes Auge aus, das fein auf die Strömungen und Texturen des Lebens abgestimmt ist. Seine Arbeiten zeugen von einer Faszination für das Leben um ihn herum und von einem bemerkenswerten Instinkt für die Bildkomposition, die zugleich aufschlussreich und rätselhaft ist, durchdrungen von Schönheit und Witz. Eine Auswahl von Werken Meyerowitz’, darunter Ausschnitte aus seiner Serie „Europa“ (1966–1967) und zwei neue Künstlervideos, ist im Somerset House im Rahmen der Ausstellung zu den Sony World Photography Awards zu sehen und bietet einen Einblick in den Geist und die Neugier, die sein Schaffen in den letzten sechs Jahrzehnten geprägt haben.