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Jonas Kofahl, Leiter Digital & Innovation Wall GmbH, über Trends und Technologien in der Außenwerbung. Von Peter Schuffelen

Herr Kofahl, welchen Stellenwert hat die Außenwerbung am Gesamtwerbemarkt?

Jonas Kofahl: 2018 betrug der Anteil hierzulande knapp 7 %. Die Zahl wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich imposant, man muss dazu aber wissen, dass wir von einem erheblich niedrigeren Niveau kommen. 2008 hatten wir einen Anteil von gerade einmal 2,5 %. Das Out-of-Home-Segment wächst also deutlich, und das trotz – Stichwort Web und Mobile – massiver Konkurrenz.

Worauf führen Sie dieses Wachstum zurück?

JK: Das hat vor allem mit dem Reichweiten-Gedanken zu tun. Es ist ja nicht so, dass allein das Print-Segment in den Augen der Werbeindustrie an Attraktivität verloren hat. Auch das Fernsehen hat nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher, was vor allem daran liegt, dass klassische Leuchtfeuer wie „Wetten, dass..?“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ stark an Quote eingebüßt haben oder ganz verschwunden sind. Angesichts der Medienfragmentierung behauptet sich Out-of-Home als schlagkräftige Alternative mit überzeugender Reichweite – allein schon, weil immer mehr Menschen in Städten leben. So weit es uns selber betrifft, so führen wir diesen Erfolg auch auf die Flexibilisierung und Skalierung unseres Angebots in den letzten Jahren zurück, das dadurch noch besser auf die individuellen Bedürfnisse unterschiedlicher Kunden- und Zielgruppen zugeschnitten ist.

Ihre französischen Mutter-Gesellschaft JCDecaux ist Weltmarktführer, hierzulande liegen Sie mit der Vertriebsmarke WallDecaux auf Platz 2 hinter dem deutschen Marktführer Ströer. Womit verdienen Sie das meiste Geld?

JK: Unser Portfolio umfasst ganz unterschiedliche Formate, darunter City-Light-Boards, die entlang großer Straßen platziert sind und vor allem Autofahrer erreichen, oder große City-Light-Säulen: die moderne, hintergrundbeleuchtete Form der Litfaßsäule, wenn man so will. Quantitativ sind aber mit Abstand die City-Light-Poster, kurz CLPs, unser wichtigstes Medium. Diese hinterleuchteten und hinter Glas geschützten Werbeträger im 4/1-Hochformat findet man in Städten ab 100.000 Einwohner überall dort, wo sich viele Menschen im Außenbereich aufhalten. Also in Einkaufsstraßen, an Bushaltestellen usw.

City-Lights sind kein neues Phänomen. Welche technologischen oder konzeptuellen Trends sehen Sie?

JK: Der Mega-Trend lautet Digitalisierung, also digital bespielbare City-Light-Poster, die neben statischen Inhalten auch animierte Elemente besitzen und in Echtzeit veränderbar sind. Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch…


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