Visual Effects „Made in Schwaben“

„Game of Thrones“, „Jim Knopf“ oder „Lost in Space“: Mackevision, bis vor einigen Jahren noch ein mittelständischer CGI-Dienstleister, hat sich zum Global Player für computergenerierte Kino- und TV-Bilder entwickelt. Jetzt startet das Stuttgarter Unternehmen auch im Bereich belebter Figuren durch. Wir haben mit dem Leiter der Abteilung für visuelle Effekte gesprochen.

Nicht viele Kreative weltweit können sich rühmen, einen Emmy – die höchste Auszeichnung im Fernsehbereich – zu besitzen. Das Team von Mackevision gehört dazu. Die Visual-Effect-Spezialisten (VFX) um Geschäftsführer Armin Pohl und Heiko Burkardsmaier, den Chef der VFX-Abteilung, erhielten die vergoldete Dame für die „Special and Visual Effects“, die sie für die US-Fantasy-Serie „Game of Thrones“ produziert hatten. Naturgetreue Burgen und Mittelalterstädte („Matte Paintings“), schwierige Wasser-Simulationen und komplexe Massenanimations-Schlachten mit Tausenden Soldaten („Crowd Replication“) – all das hat ein Team von mehreren Dutzend VFX-Kreativen zum Leben erweckt. Die VFX-Abteilung von Mackevision entwickelte für jeden einzelnen Soldaten einen individuellen Bewegungsablauf, der mit der 3D-Visualisierung und Animationssoftware Maya von Autodesk in Kombination mit der für Massenszenen
konzipierten Software Golaem Crowd überwiegend handanimiert wurde, um die Aufnahmen so realistisch wie möglich zu machen.
Um die Größenordnung der Arbeiten zu verdeutlichen: Für die fünf Folgen der Staffel 7 von „Game of Thrones“ arbeitete ein 40-köpfiges Team sechs Monate daran, die Welt um die Fabelkontinente Westeros und Essos real werden zu lassen und generierte insgesamt 116 Szenen.

Die im Auftrag des US-Kabelsenders HBO produzierte Fantasie-Serie – laut HBO inzwischen die erfolgreichste in der Geschichte des Senders – ist im Laufe der Jahre deutlich gewachsen, inhaltlich, visuell und in puncto Budget. „Ich bin schon seit der zweiten Staffel dabei“, sagt Heiko Burkardsmaier. „Die Qualität der visuellen Effekte und die Realitätstreue haben sich stark weiterentwickelt. Das hängt natürlich mit der fortschreitenden Technik im Bereich VFX zusammen, aber auch damit, dass HBO inzwischen deutlich mehr Geld in die Hand nimmt als früher. Wurde anfänglich viel real gedreht, so sind in der letzten Staffel bis zu 80 % der Bilder digital entstanden – etwa die Kampfszenen im Eis.“

Visuelle Effekte für deutsche und internationale Blockbuster

Mit Staffel 7 endete die Zusammenarbeit für die US-Erfolgsserie. Doch die Schwaben können sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Da ist zum einen das Brot-und-Butter-Geschäft: Virtuelle Showrooms, digitale Kataloge und vor allem Produktkonfiguratoren für Automobile, Flugzeuge, Konsumgüter oder Maschinen machen das Gros des Umsatzes aus. Zum anderen ist das…

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