Summicron meets Multishot

Stefan Steib hat die Leica SL2 noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Sein Hauptaugenmerk galt beim Praxiseinsatz dem neuen Multi­shot-Mode.

Leica SL2 im Test

Schon bei der Vorstellung der SL2 2019 hatte Leica einen Multi­shot-Mode angekündigt, der zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden sollte. Jetzt im Juli 2020 war es dann so weit; mit der Firmware 2.0 kamen unter anderen Verbesserungen und Fixes auch die lang erwarteten Multishot-Einstellungen. Wir bekamen die SL2 mit dem Leica Apo Summicron-SL 1:2/50 ASPH. Die Kamera war noch neu und mit der 1er-Firmware-Version.

Im Oneshot wirft die SL2 satte 47,3-Mpx-DNG-RAWs aus (8.368 x 5.584 Pixel), die ca. 85 MB Speicher auf den UHS-II-SDXC-Karten belegen. Mit den SL-Objektiven kann man so schon eine sehr erfreuliche Bildqualität erzielen, die im obersten Bereich der aktuellen Bewerber anzusiedeln ist.

Mit der jetzt als Version 2.0 gemeldeten Kamera werden 187-Mpix-Bilder durch Pixelshift und 8 Belichtungen (eigentlich 9 Belichtungen, da als Extra-Datei noch eine „Normalgröße“ geschrieben wird) auf die Karte geschrieben. Da sollte das dann schon eine wirklich schnelle UHS II V90 sein, denn sonst könnte allein der Aufnahme-Schreibvorgang, den ich mit 20-30 Sekunden je nach Vorauslösungsdauer (zwei oder 12 Sekunden) gestoppt habe, noch länger dauern. Diese DNG-Dateien sind jetzt ca. 310 MB groß – in 8 Bit geöffnet, sind das erstaunliche 16.736 x 11.168 px = 534,7 MB RGB oder 1,04 GB in 16 Bit. Man sollte also schon einen kräftigen Rechner mit ordentlich Speicher benutzen.

Das Handling bei der Multishot-Aufnahme gestaltet sich sehr problemlos – einfach im Hauptmenü „Bildfolge“ den letzten Punkt „Multishot“ auswählen. Das geht nur, wenn ein Vollformatobjektiv auf der Kamera ist. Nutzbare Blenden sind zwischen f/1 bis f/16, ISO-Einstellung 50-3.200, Blitzen ist natürlich nicht möglich, es wird immer der elektronische Verschluss mit Zeiten zwischen 1/40.000 und 1 Sek. benutzt, durch den Pixelshift um ½ Pixel ist natürlich auch keine Stabilisierungsfunktion mehr möglich. Auslösen kann man auch mit der aktuellen Leica-App. Das braucht man aber nicht unbedingt, das Auslösen mit dem Vorlauf (2 oder 12 Sek.) bringt die Kamera – ein stabiles Stativ vorausgesetzt – sicher zur Ruhe.

Gut gemeint, aber bisweilen nervig, ist der permanente Hinweis „Vibration erkannt, stabile Unterlage verwenden“, der mitten im Sucherbild eingeblendet wird, wenn man Multishot nutzt. Das Ergebnis entschädigt: Dieser Multishot ist so gut und einfach einsetzbar, dass man es durchaus zur Gewohnheit werden lassen kann, einfach immer so draufzudrücken. Denn es gibt da im Leica-Menü etwas, was die Konkurrenz von Sony u. a. nicht zu bieten hat: …


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TIPA 2020