Kreativer Input

Eine Möglichkeit, den digitalen Workflow zu verbessern, ist die Nutzung von Eingabegeräten, die auf die Bild- oder Videobearbeitung spezialisiert sind.

Eingabegerät von Loupedeck

Spezielle Eingabegeräte sollen Maus, Touchpad und Tastatur ersetzen oder ergänzen. Zwei unterschiedliche Arten lassen sich erkennen. Zum einen gibt es Controller oder Konsolen, die programmierbare Tasten, Touchfelder und -displays, Drehknöpfe, Schalter etc. haben, um damit Tastaturkürzel und Mausbewegungen für die Eingabe über Schieberegler im entsprechenden Programm zu ersetzen, einfacher und schneller zu machen. Damit wird die Eingabe, wie man sie gewohnt ist, allerdings verlagert und im besten Fall beschleunigt.

Zum anderen wird bei Grafik-Tablets, -Displays und -PCs die Maus durch einen Stift ersetzt, der neue Funktionen, wie zum Beispiel Druck- und Neigungssensitivität, mitbringt. Hinzu kommen programmierbare Tasten. Diese Art von Hardware kann den Workflow nicht nur beschleunigen oder vereinfachen, sie kann den User zudem mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstatten, die mit Maus & Co. nicht oder nur sehr schwer möglich sind.

Controller und Konsolen

Das Angebot an professioneller Eingabe-Hardware ist überschaubar. Vier Hersteller, zwei davon sind Tochterunternehmen voneinander, bieten Produkte an, die sowohl für die fotografische Bildbearbeitung als auch für den Videoschnitt gedacht und erschwinglich sind.

Palette Gear

Palette Gear wurde 2013 entwickelt und ist ein modulares System aus einem LED-Screen, Dreh- und Schiebereglern und Knöpfen. Hinter dem LED-Screen, genannt Core, verbirgt sich die Steuerzentrale. Alle Komponenten werden magnetisch miteinander verbunden und haben eine mehrfarbige LED-Beleuchtung. Die Funktionen können mit der zugehörigen Software programmiert oder vorgefertigte Einstellungen für gängige Programme wie Lightroom, Photoshop, Premiere, After Effects und mehr übernommen werden.

Jede Komponente kann auf mehrere Funktionen programmiert und mit den anderen zu einem sogenannten Profil kombiniert werden. Zum Beispiel kann innerhalb von Photoshop ein Profil für die Farb-, ein anderes für die Tonwertbearbeitung gespeichert werden. Ein Knopf kann dann für den Wechsel zwischen den Profilen sorgen. Das Tolle an diesem System ist der modulare Aufbau. Man kauft sich nur genau so viele Komponenten, wie man benötigt. Und hat zusätzlich die Möglichkeit, aufzustocken. Außerdem kann das Layout, also welche Knöpfe, Schalter und  Regler wo und wie liegen, selbst bestimmt werden. Palette Gear ersetzt ein Keyboard sicher nicht vollständig, auch wenn kein Text eingegeben werden muss. Aber viele Mauswege, zum Beispiel um Regler in Lightroom zu bewegen, können eingespart werden.

Monogram

Aus Palette Gear hat sich 2019 ein neues Produkt unter einem neuen Firmennamen entwickelt. Das Prinzip ist das gleiche. Modulare Komponenten werden zu einem individuellen Controller kombiniert. Bei Monogram gibt es auch einen Core für die Steuerung, natürlich mit einem leistungsfähigeren Prozessor sowie zwei Tasten für den Profilwechsel, einen Orbiter mit drucksensitiver Fläche und Drehring, Drehknöpfe, Schieberegler und Tasten. Die drei letzten Komponenten kommen in Dreiergruppen, nicht einzeln wie bei Palette Gear. Wieder sorgen Magneten für die Verbindung der Teile untereinander. Und damit kann auch bei Monogram Form, Größe und Funktionsumfang individuell angepasst werden. Der Orbiter steuert zum Beispiel wunderbar das Farbrad von Capture One Pro oder das Color Grading in Premiere Pro. Die Drehregler arbeiten gut als Steuerung …


Lesen Sie weiter in


 

TIPA 2020