KI braucht intelligente Künstler

Claudia Bußjaeger, Gründerin der KI-Künstler-Repräsentanz yesweprompt und der KI-Model-Agentur model-aigency, macht sich Gedanken zu KI.

Motiv aus einer Werbekampagne

Dabei geht es um den technischen und ästhetischen Stand bei künstlich generierten Portraits und People-Bildern, die Voraussetzungen für marktorientiertes Prompten sowie Lösungen für rechtliche Herausforderungen.

digit!: Frau Bußjaeger, Sie haben viele Jahre als Art-Buyerin und Kreativproducerin im Werbe- und Modebereich gearbeitet. Mitte 2023 haben Sie dann eine KI-Künstler-Repräsentanz gegründet. Wie kam es dazu?

Claudia Bußjaeger: Noch bevor das Thema KI virulent wurde, haben mich Fotografen immer wieder gefragt, warum ich angesichts meiner organisatorischen Fähigkeiten und vielen Kontakte keine Repräsentanz gründe. Lange schien mir dieses Betätigungsfeld zwar reizvoll, aber auch etwas limitiert. Im April letzten Jahres kam mir beim allmorgendlichen Daddeln am Handy dann die zündende Idee: die Gründung einer Repräsentanz, die ausschließlich KI-Artists vertritt.

Bedeutet die Beschränkung auf KI-Bildschaffende nicht auch eine Limitierung?

CB: Das könnte man meinen, für mich aber bedeutet es vor allem eine Weitung meines Betätigungsfelds: Jetzt kann ich mit Kreativen aus allen KI-Bereichen zusammenarbeiten. Kurz zuvor war die Version 5 von Midjourney erschienen, die einem Quantensprung bei der bildgebenden KI gleichkam und alle, die mit dem Thema befasst waren, durchdrehen ließ. Es gab eine Aufbruchstimmung, auch deshalb habe ich meine Repräsentanz yesweprompt genannt – in Anlehnung an Obamas „Yes we can“.
Aus welchen Bereichen stammen die von Ihnen vertretenen Artists?

CB: Ganz unterschiedlich. Unter den 33 Künstlerinnen und Künstlern, die ich vertrete, gibt es neben Foto- und Videografen auch Grafik- und Interieur-Designer, Creativ Director und Architekten.

Yesweprompt war die erste Repräsentanz ihrer Art. Gibt es inzwischen Mitbewerber?

CB: Tatsächlich waren wir hier Vorreiter, und meiner Recherche nach gibt es bis heute weltweit nur noch zwei weitere Agenturen, die ein ähnlich konsequentes Profil haben, eine davon sitzt in der Schweiz. Aber natürlich zeigt eine Reihe klassischer Repräsentanzen inzwischen auch KI-Arbeiten.
 
Wie würden Sie den technischen und ästhetischen Stand der Dinge beschreiben?

CB: Alle Voraussetzungen für kommerzielle Nutzungen sind inzwischen gegeben. Nimmt man …

 


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