Intelligente Bildverwaltung

Die Bildverwaltungssoftware Excire analysiert und verwaltet Fotos mit Unterstützung durch KI. Das funktioniert erstaunlich gut.

Screenshot Excire Foto 2022

Die Entscheidung für eine Fotoverwaltungssoftware ist meist langfristig ausgelegt. Das gilt umso mehr, wenn man seine Fotos professionell nutzt, wenn man große Menge von Bildern verwaltet oder in einem Unternehmen mit Bildern arbeitet. Die Einrichtung und Benutzung einer Fotoverwaltung ist mit zeitlichem und organisatorischem Aufwand, Speicherkapazität und gelernten Arbeitsabläufen verbunden.

Software-Entwickler kochen ihr eigenes Süppchen, was Datenbankformate, Such-Strukturen und Abläufe betrifft – und das macht die Entscheidung nicht unbedingt einfacher, da diese nur bedingt ineinander überführbar sind. Zudem sind viele Fotoverwaltungs-Applikationen keine reinen Organisations-Werkzeuge, sondern entweder eine Erweiterung zu Bildbearbeitungsprogrammen, wie z. B. Adobe Bridge – oder sie bringen – wie etwa Apple Fotos – selber Funktionen mit, um die gehorteten Bilder zu bearbeiten oder zu präsentieren.

Fotoverwaltung mit KI

Mit Excire Foto ist ein relativ neuer Spieler auf dem Feld, der sich voll und ganz auf die Fotoverwaltung konzentriert. Die von der deutschen Pattern Recognition GmbH, einem Spin-off der Uni Lübeck, entwickelte Software nutzt KI-Alorithmen, um Bildinhalte zu analysieren und automatisch zu verschlagworten. Dabei werden nicht nur Personen, Gesichter, Fahrzeuge, Pflanzen, Architektur, Autos, Strand oder Obst erkannt, sondern auch fotografisch relevante Suchkriterien wie z. B Bokeh, Symmetrie oder Fluchtpunkt berücksichtigt. Zudem analysiert Excire im Bild vorherrschende Farben und Helligkeiten und generiert ein entsprechendes Schlagwort.

Nach der automatischen Analyse stehen verschiedene KI-basierte Suchfunktionen wie die Suche nach ähnlichen Fotos, Stichwortsuche, Suche nach dominanten Farben, Suche mit externen Fotos sowie differenzierte Möglichkeiten zur Personen- oder Gesichtersuche zur Verfügung.

Nach dem automatisierten Durchlauf kann die ermittelten Schlagworte editieren, eigene Schlagworte vergeben, Suchergebnisse in Sammlungen zu organisieren oder zur Weiterverwendung zu exportieren. Die Metadaten wie Stichwörter, Bewertungen oder IPTC-Profile mit Copyrightinformationen können mit den Fotos abgespeichert werden und sind so in anderen Programmen oder für Veröffentlichungen im Internet nutzbar.

Herzstück der intelligenten Bildverwaltung sind neben der KI-gestützten, automatischen Motiverkennung und Verschlagwortung die umfangreichen Suchfunktionen wie Stichwortsuche, Suche nach ähnlichen Fotos sowie Personen- und Gesichtersuche, mit denen sich nahezu jedes gewünschte Motiv in Sekundenschnelle auffinden lässt. Excire Foto 2022 unterstützt Photoshopdateien (PSD) und Windows Netzwerkpfade. Kleiner Wermutstropfen: Die JPEG- und RAW-Versionen eines Fotos werden nicht als zusammengehörig dargestellt, sondern einfach nebeneinandergestellt.

Der Prozess

Mit der Testversion kann man gleich loslegen oder man gibt den erworbene Lizenzschlüssel ein. Mit dem Start des Programms wird die Standarddatenbank aktiviert. Es lassen sich mit Excire aber auch mehrere Datenbanken anlegen und verwalten. Um zu starten, fügt man nun Dateien, Ordner oder ganze Speicher-Volumes und startet den Prozess der Bilderfassung. Im Import-Dialog wird definiert, ob eine Bildanalyse erfolgen soll und ob Vorschaubilder generiert werden sollen.Die Erfassung erfolgt in fünf Schritten. Die benötigte Zeit hängt naturgemäß auch von Art und Größe der Dateien ab. Für knapp 10.000 Bilder von der Mac-internen SSD meldete Excire nach 51 Minuten und 26 Sekunden Vollzug, samt Vorschaubildern und Analyse.

Die Treffsicherheit der KI-Analyse ist verblüffend gut. Einfache Motive wie Portrait-Freisteller werden mit mehreren Stichworten beschrieben, wie z. B Erwachsener, Gesicht, Bart, Sonnenbrille, Frontansicht, Bokeh, farblos etc. Bei komplexeren Bildern, bei denen z. B das Hauptmotiv verdeckt, überlagert oder perspektivisch verzerrt ist, …

 


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