Flexibel unter Windows

Mit den Notebooks der ConceptD-Reihe hat Acer die Kreativen ins Visier genommen. Die Modelle mit dem Namenszusatz „Ezel“ haben ein flexibles Touchdisplay. Michael Marczok hat das Acer ConceptD 3 Ezel ausprobiert.

Acer ConceptD 3 Ezel

Der erste Eindruck

Mit dem Anspruch, den Acer für seine ConceptD-Notebooks selbst erhebt, muss es sich natürlich einem Vergleich mit ähnlich positionierten Produkten stellen. Und gleich bei einem ersten Blick auf das mir zur Verfügung gestellte Gerät wird klar, dass der Hersteller im Design dabei einen eigenen Weg geht. Mit Kanten und einigen schrägen Elementen zitiert Acer die 1990er-Jahre. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und ist mit einer weißen Keramikschicht überzogen. Diese Schicht schützt das Gerät vor Farbveränderungen – also kein Vergilben – und Kaffeeflecken. Außerdem erhöht diese Schicht die Härte der Gehäuseoberfläche. Die Hintergrundbeleuchtung ist orange. Mit der Taste F9 lässt sie sich aber an- und ausschalten.

Der Clou ist das Display

Der Clou ist das bewegliche Touch-Display. Es hat eine horizontale Schwenkachse zusätzlich zur üblichen Bewegungsachse an der Basis. Durch diese Anordnung von zwei Schwenkachsen können die Monitore der ConceptD-Ezel-Reihe in verschiedene Positionen gebracht werden. So ist es zum Beispiel möglich, das Display flach auf den eigentlichen Rechner zu klappen und so ein Tablet zu kreieren.

Die Beweglichkeit des Displays wird Float-Modus genannt, und das horizontale Scharnier ist so konstruiert, dass die gewählten Positionen, auch wenn der Monitor nirgends aufliegt, gehalten werden, selbst bei Touch- und Stiftnutzung.
Zusammen mit der Touch-Funktion und dem darauf zugeschnittenen Windows-10-Pro-System ergibt sich eine Vielseitigkeit. Die Ezel-Modelle sind mit Wacom-Stifttechnologie ausgestattet.

Mein ConceptD-3-Ezel-Testgerät hat einen kleinen akkubetriebenen Stift gleich mit dabei, der im Gehäuse des Rechners untergebracht ist und dort auch geladen wird. Der Stift ist zwar dünn, verfügt aber über zwei Tasten und hat eine Druckempfindlichkeit von 4.096 Stufen. In der Tablet-Stellung des Monitors erhält man zum Beispiel für Photoshop somit ein intuitives, präzises, ergonomisches und komplettes Werkzeug.

Auch andere mögliche Positionen des Displays profitieren von der Touch-Funktionalität. So lässt es sich etwa leicht schräg und nach vorn über die Tastatur gezogen stellen, ganz wie ein Tablet auf einem Ständer. Oder parallel zum Rechner, aber erhöht darüber, was ebenfalls praktisch für die Benutzung mit Finger oder Stift ist.

Das Display lässt sich um die horizontale Achse wie beschrieben um 180° schwenken, also genau auf die gegenüberliegende Seite von der Tastatur. So könnten Bildinhalte mit einer anderen Person schnell geteilt werden. Allerdings halte ich diese Position, die vom Hersteller Display getauft wurde, für nicht sehr praktisch. Der Laptop-User sieht dann ja nicht mehr, was auf dem Bildschirm dargestellt wird, und kann nicht interaktiv agieren, müsste den Monitor immer erst wieder zurückschwenken. So wäre die eben beschriebenen Stellung mit erhöhtem, flach gelegtem Display für eine gemeinsame Betrachtung deutlich sinnvoller. Und sie wird wohl auch deshalb von Acer Share genannt.

Der 14-Zoll-Monitor meines Testgerätes hat nur Full-HD-Auflösung und einen Farbraum von 100 % sRGB, Letzteres ohne Angabe der genauen Abdeckung dieses doch recht kleinen Farbraumes. Schön ist die leicht mattierte Display-Oberfläche, die speziell gehärtet ist. Mit dem Stift entsteht ein sehr angenehmes Zeichengefühl.

Die inneren Werte

Die ConceptD-Reihe von Acer umfasst verschiedene Modellgruppen. Neben den beschriebenen Ezel-Modellen gibt es noch Notebooks mit „normalem“ Display und Desktop-Varianten. Auch innerhalb der Ezel-Reihe gibt es verschiedene Geräte in verschiedenen Größen, Ausstattungsvarianten mit und ohne den Zusatz Pro. Mein Testgerät ist die kleinste und schwächste Variante. Immerhin verfügt es aber über einen i7-Prozessor der zehnten Generation, 16 GB Arbeitsspeicher, eine 1-TB-SSD-Festplatte, eine dedizierte NVIDIA-Geforce-GTX-Grafikkarte und das Windows-10-Pro-Betriebssystem. Für schnelle Bildbearbeitungen unterwegs mit Photoshop oder Lightroom sollte das ausreichen. Wenn es aber an etwas anspruchsvolleren Videoschnitt oder gar an 3D-Bearbeitungen geht, wird es eher eines der anderen Modelle sein müssen. Die Ezel-Reihe gibt es bis zu einer Displaygröße von 15,6 Zoll mit deutlich leistungsstärkeren Ausstattungen. Bei den großen 17,3-Zoll-Modellen kann das Display lediglich um 90 ° geschwenkt werden. Die Lüftung wird vom Hersteller als sehr effektiv und leise bezeichnet, sie ist im Betrieb deutlich hörbar.

Beim Arbeiten ist der zusätzliche Kick der Grafikkarte spürbar. Scrollen, Zeichnen, Filter, Masken, alles arbeitet sehr flüssig. Die Touchfunktion arbeitet sehr gut. Windows 10 ist von Haus aus prädestiniert für die Toucheingabe. Der Stift arbeitet sehr gut. Das Ansprechverhalten ist schnell, es gibt keinen merklichen Versatz zwischen Stiftspitze und Darstellung des Cursors, die Drucksensitivität ist ausreichend hoch für feine Abstufungen, zum Beispiel …

 


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