Feine Drucker bis A2+

In unserer jährlichen Übersicht über den Fine-Art-Print-Markt berichten wir gern über die High-End-Drucker mit Ausgabegrößen ab DIN A1. Aber sind solche Produktionsmaschinen sinnvoll für den Portrait- und Hochzeitsfotografen um die Ecke oder auch den ambitionierten Hobbyfotografen mit der digitalen Dunkelkammer zu Hause? Von Michael Marczok

Marktübersicht Drucker bis A2+

Welche Größe soll es denn wirklich sein? Wir schauen, was sich bei den kleineren Druckformaten getan hat und wie relevant ein Drucker bis zu einer Größe von DIN A3+ oder DIN A2 sein kann. Natürlich gibt es auch wieder einen kurzen Blick auf den Markt der Druckmedien.

Darf es ein bisschen weniger sein?

Genau 594 x 841 mm misst das DIN-A1-Format. Das ist immerhin ein halber Quadratmeter. Für die meisten Kunden eines Fotostudios, die ein Portrait, ein Familienfoto oder Abzüge von den Hochzeitsfotos machen lassen möchten, und den Hobbydrucker ist das einfach zu groß. Wo soll das denn hängen? Und nur Egozentriker werden ein Bild von sich selbst in diesen Ausmaßen in der Wohnung oder am Arbeitsplatz haben wollen. In der alltäglichen Fotopraxis schrecken viele Kunden vor so riesigen Bildern sogar zurück. Denn obwohl ein schönes Bild mit einer langen Seite ab einem Meter eindrucksvoll ist, kann es auch erdrückend und fehl am Platz sein.

Aus diesem Grund sollten alle druckwilligen Fotografen, egal, ob Profi oder nicht, überlegen, ob der Luxus, ab und zu auch mal ein richtig großes Bild drucken zu können, den finanziellen, logistischen und platztechnischen Aufwand wirklich lohnt. Oder ob es wirtschaftlich sinnvoller wäre, einen professionellen, aber kompakten, günstigen und leicht bedienbaren Drucker für öfter nachgefragte Größen, zum Beispiel bis zum DIN-A3+-Format mit Seitenlängen von immerhin 329 x 483 mm zu haben. Und die seltener auftretenden Abmessungen können dann an spezielle Druckdienstleister abgegeben werden. So wird nicht zu viel Kapital gebunden, und anfallende Kosten, auch für den Druckdienstleister, sind besser zu kalkulieren.

Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Eine andere, ebenfalls wirtschaftliche, ist die Frage nach der Höhe der anfallenden laufenden Kosten, sprich denen für die Tinte. Bei echten Fine-Art-Druckern sprechen wir auf jeden Fall erst einmal von pigmentierten Tinten. Zwar sind diese nicht unbedingt teurer als solche auf Farbstoffbasis, aber hier macht es die Menge in den Patronen. Je kleiner die Tintenpatronen im Gerät sind, desto höher ist der Preis pro Milliliter.

Ein kleiner Vergleich: Bei Canon wird im imagePROGRAF PRO-300 für DIN A3+ und im imagePROGRAF PRO-1000 für bis zu DIN A1 die gleich pigmentierte Tinte vom Typ Lucia Pro verwendet. Sie kostet für den kleineren Drucker ca. 143 Euro pro 100 Milliliter und für den größeren ca. 44 Euro. Das ist schon ein enormer Unterschied. Mit diesen 100 Millilitern von jeder Farbe kommt man nun aber auch extrem weit. Nach den Angaben des Herstellers fällt eine genaue Berechnung der Reichweite für diese Menge Tinte schwer, da für jede Farbe eine andere Zahl an möglichen Ausdrucken angeben wird. Geht man aber konservativ von der kleinsten aus, kommt man auf etwa 235 DIN-A3+-Ausdrucke mit dem imagePROGRAF PRO-300. Aus dieser Zahl lässt sich schon sehen, dass der größere Drucker aufgrund der größeren Druckertanks, maximal bis zu einem Fassungsvermögen von 700 Millilitern, eine echte Produktionsmaschine ist.

Noch eine Vergleichszahl für diese beiden Drucker. Eine komplette Tintenfüllung kostet beim DIN-A3+-Gerät mit neun Farben plus Chroma Optimizer rund 195 Euro. Beim größeren Kollegen mit zusammen 12 Tinten sind es dann bei den kleinsten Tanks mit einer Füllung von 160 Millilitern etwa 840 Euro. Wie beschrieben, reichen die unterschiedlichen Farben unterschiedlich weit aus, und natürlich sind nicht in jedem Foto alle Farben gleich verteilt. Trotzdem wird deutlich, dass die größere Maschine auf jeden Fall mehr Kapital bindet.

Wirtschaftlich gesehen, steht für den Druckwilligen also eine Kalkulation von auftretenden Druckmengen und geforderten Größen im Verhältnis zum konkret eingesetzten Budget an. Kurz: Je weniger faktisch gedruckt wird, desto kleiner kann der Drucker sein und desto öfter sollte der Druckdienstleister sich um große Formate kümmern.

Sind kleinere Drucker  Fine-Art-tauglich?

Das ist eine Frage, die mittlerweile ganz klar mit Ja beantwortet werden kann. Die zwei Hersteller, die sich den Markt der Fine-Art-Drucker für Fotografen und ambitionierte Amateure aufteilen, Canon und Epson, haben sowohl für das DIN-A3+- als auch das DIN-A2-Format sehr professionelle Geräte im Portfolio.

Was macht einen Drucker nun eigentlich zu einem Fine-Art-Printer? Über die Tinte haben wir schon gesprochen, …


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