Die Preisträger des Otto-Steinert-Preises
Jury benennt die drei diesjährigen Preisträger des Otto Steinert-Preises – DGPh-Förderpreis für Fotografie.
Ausgezeichnet werden Samuel Solazzo (1. Preis), Clarita Maria (2. Preis) und Elliott Kreyenberg (3. Preis). In ihrer Jurysitzung bestimmte die diesjährige Jury aus einer Shortlist von zehn fotografischen Projekten für den Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie die drei Preisträger. Die Bandbreite der Themen – gesellschaftlich relevant und aktuell – spiegelt sich in den drei ausgezeichneten Projekten wider, die sich mit den existenziellen Fragen wie Akzeptanz, Liebe, Sicherheit, Trauer, Wahrhaftigkeit und Zugehörigkeit beschäftigen.
A Collection of Valuable Copies (Samuel Solazzo)
Mit dem 1. Preis des DGPh-Förderpreises wird Samuel Solazzo (B.F.A. Visuelle Kommunikation an der Bauhaus Universität Weimar und M.A. Photography Studies and Practice an der Folkwang Universität der Künste, Essen) ausgezeichnet. Der Preis ist verbunden mit einem Stipendium in Höhe von 5.000 Euro zur Förderung der Umsetzung des geplanten Projekts A Collection of Valuable Copies. Samuel Solazzo überzeugte mit seinem Projektexposé, dessen weitreichende inhaltliche und formalästhetische Relevanz nicht nur auf theoretischer Ebene als eigenständige Position wahrgenommen wurde. Die konzeptionelle Stärke des Projekts liegt in seiner Kombination aus wissenschaftlicher Archivarbeit und künstlerischfotografischer Darstellung materieller Kultur anhand der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig.
Xola n’abantu (Clarita Maria)
Mit einer Anerkennung (2. Preis) würdigt die Jury das geplante Fotoprojekt Xola n’abantu von Clarita Maria (PhD in Practice | Akademie der bildenden Künste Wien, Diplom Fotografie und Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig). Die Arbeit überzeugte die Jury durch eine fotografische Idee, mit der sie die Ambivalenzen von Zugehörigkeit, Adoption und familiären Beziehungen sichtbar und emotional erfahrbar macht. Das Projekt öffnet einen universellen Resonanzraum, ohne die eigene Position zu verallgemeinern, sie leistet damit einen wichtigen künstlerischen Beitrag zum Diskurs über Familie und Zugehörigkeit – aber auch „Fragen von Race, Klasse, Geschlecht, Bildung“ (aus dem Projekttext).
War Flowers (Elliott Kreyenberg)
Ebenfalls mit einer Anerkennung (3. Preis) wird der Fotograf Elliott Kreyenberg (Studium der Fotografie an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin) für seine Projektidee War Flowers ausgezeichnet. Das Projekt überzeugte die Jury durch eine eindringliche und klare Bildidee, die den Krieg in der Ukraine über ein universelles Symbol erfahrbar macht, das eines der klassischsten Bildvokabeln künstlerischer Darstellungen überhaupt ist – die Blume. Das Konzept verbindet dokumentarische Nähe mit künstlerischer Sensibilität und spielt mit den vielschichtigen Zuschreibungen der Blume als Zeichen von Trauer, Widerstand oder Hoffnung: „Durch den Kontrast von Blumen und Zerstörung entsteht ein stilles Narrativ über Verlust, Würde und das Weiterleben der Menschen in der Ukraine.“ (aus dem Projekttext).
