Der Scheinzwerg

Die Pentax K1 Mark II bringt im Vergleich zur ersten Version nur etwas neue Hardware und eine bessere Firmware mit. Stefan Steib hat die „Neue“ ausprobiert und festgestellt: Weniger mehr bringt manchmal mehr.

Ich war wirklich gespannt auf diesen Test, denn schon bei der Presseankündigung stach mir die Tatsache ins Auge, dass man mit dem Multishot-Pixelshift der K1 Mk II jetzt aus der Hand schießen kann. Das wäre die erste Kamera überhaupt, die dieses Kunststück zuwege bringt. Wer weiß, dass die Hasselblad-Multishots, aber auch die Sony Alpha 7R Mk 3, mit heftigen Registerproblemen kämpfen, wenn sie beim Multishot nicht wirklich ruhig stehen, der wird hellhörig.

Um die Spannung ein bisschen aufrecht zu halten, hier eine kurze Beschreibung der Hardware-Basis. Die K1 Mark II ist eine sehr solide gebaute DSLR konventioneller Machart – bis auf diesen freakigen LC-Bildschirmmechanismus: Eine Kombination aus Teleskopstangen und einem Klappgelenk ermöglicht, das Display in jedem nur erdenklichen Winkel nach oben zu klappen, um dem Fotografen einen besseren Einblick zu gewähren. Hat man gerade Sonne und irgendwas spiegelt aufs Display, dann ist das eine schlaue Lösung, um Spiegelungen zu vermeiden. Leider ist das Display weder besonders hell, noch ist die Darstellungsqualität besonders gut – dazu später mehr.

Der optische DSLR-Sucher ist gut. Man kann damit aber meiner Meinung nach, so wie bei allen DSLRs, nicht wirklich ein extremes Weitwinkel oder ähnlich kritische Optiken exakt fokussieren. Dazu braucht man bei mehr als 20 Megapixeln einen Live-View, auch den hat die Pentax natürlich. Auch sonst sitzt alles da, wo man es vermutet. Das Info-Display oben rechts auf der Kamera ist etwas klein geraten, um da was zu sehen, muss man schon genau hinschauen. Die Akkus schauen aus wie die Canon LP-E6, aber die Kontakte sind anders, Saft sollten jene aber genug haben. Weiterhin an Bord: der 36,4-MPix-Sensor ohne Tiefpassfilter von Sony mit 4,88 µ Pixelgröße und 5-Achsen-Stabilisierung.

Fast noch schräger als das Klappdisplay, aber wirklich clever: die beleuchteten Bedienelemente und Buchsen, damit man im Dunkeln alles findet. Und es gibt, anders als bei Sony, tatsächlich insgesamt 87 Dichtungen – diese Kamera ist wetterfest. 1 Es gibt zwei SD-Slots für Karten, leider sind beide nur UHS-1, der schnellere UHS-2-Standard wird nicht unterstützt, allerdings braucht die K1 II den auch nicht wirklich, da sie nur Full-HD-Videos aufnehmen kann und selbst das nur mit maximal 60 fps interlact.

Nach dem Auspacken erst mal die Kamera zurücksetzen und die neueste Firmware aufspielen, das ist die Ende Mai erschienene V1.02. Zum Testen gab es das Pentax-FA-24-70-mm-f/2,8-Zoom, dem aktuellen Trend folgend weder klein noch handlich, dafür aber, wie wir später sehen werden, ein angemessener Partner für die K1 Mk II. Das Dateiformat stellte ich auf RAW+JPG L, und zwar im PEF-Pentax-Format. Ich wollte sichergehen …


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