Auf der Suche nach Anschluss

Wer Objektive an Kameras fremder Hersteller verwenden möchte, benötigt einen entsprechenden Adapter. Im einfachsten Fall stellen diese nur die optisch-mechanische Kompatibilität her. Moderne Adapter hingegen unterstützen sogar Blendensteuerung, Autofokus und mehr. Stefan Steib hat eine Markt- und Technikübersicht für diese elektronischen Objektivadapter zusammengetragen.

Mit fortschreitender Ausbreitung der spiegellosen Kameras, jetzt auch im Mittelformat, schweift der Blick vom eigenen Kamerasystem zu systemfremden Objektiven. Gerade bei Superweitwinkeln, Tilt-
Shift-Objektiven oder langen Teles hat nicht jeder Kamerahersteller ein entsprechendes Angebot. Gibt es für rein mechanische Anschlüsse inzwischen eine fast unüberschaubare Menge von Adaptern, sind gerade bei den AF-Lösungen mit elektronischer Koppelung der Kamera- und Objektivfunktionalität einige Spezialisten unterwegs (zunehmend auch aus dem Filmbereich, die lassen wir aus dieser Foto-Übersicht aber heraus). Sogar die Kamera- und Objektiversteller bauen jetzt solche Adapter, um ihre Systeme attraktiver zu machen.

Soweit mir bekannt ist, stammt der erste elektronische Objektivadapter überhaupt von Contax. Der NAM1 erlaubte es, Contax-645-Objektive auf Contax-N-Kameras mit AF und allen Funktionen zu verwenden ab 2001 sogar auf der Vollformat-Contax Digital N1. Damit war Contax den anderen Herstellern um Jahre voraus. Nach Einstellung des Contax-Systems herrschte auf diesem Gebiet aber Funkstille.

Als Ende 2011 die Firma Metabones 3 mit ihren EOS-auf-Sony-E-Mount-Adaptern auf den Markt kam, steckte darin auch Wissen über den Contax-Adapter, denn Conurus 1, eine kleine kanadische Firma aus Vancouver, hatte schon Contax-N-AF-Objektive auf Canon-EF-Anschlüsse umgebaut und auch die NAM-1-Adapter dahingehend modifiziert.

Dieser erste Adapter hatte noch verschiedene Probleme, es gab Reflexionen, die Firmware war holprig, die Ergänzung der EXIF-Daten teils unvollständig. Dies alles verbesserte sich aber immer mehr, sodass mit der aktuellen Version 5 ein wirklich ausgereiftes Produkt – zu einem hohen Preis – verfügbar ist. Speziell die neueste Version T-CINE des Adapters mit Positive-Lock-Verriegelung des Objektives (wie bei Filmkameras) dürfte bei vielen Fotografen auf dem Wunschzettel stehen.

2013 kam dann in den USA der Metabones-Speedbooster 4 heraus. Dies für all die APS-C- und MFT-Benutzer, die mit der Brennweitenverlängerung ihrer Kameras unzufrieden waren. Die Idee hat es in sich: Zum einen verringert sich die Brennweite um die angegebenen Faktoren (für Micro-Four-Thirds MFT bis zu x 0,58, für APS-C x 0,71) und gleichzeitig steigt so die Lichtstärke bei MFT bis zu 1,66 Blenden.

Aus einem f/1,2-Objektiv wird ein f/0,74. Die optische Komponente…


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