Die Gewinner des BFF-Förderpreis 2025/26
Der BFF hat die besten Nachwuchsfotografen und Young Professionals des BFF-Förderpreises 2025/26 prämiert.
Für die herausragenden Umsetzungen ihrer Konzepte zum Thema „Spielen“ erhalten E. Alejandro De Paoli Padilla den 1. Preis, Malte B. Oing den 2. Preis sowie Charly Krüger und Zerina Kaps jeweils den 3. Preis. Diese Arbeiten und die der Finalisten sind bis zum 7. Juni im Rahmen des 19. Umweltfotofestivals »horizonte zingst« zu sehen und vom 3. Juli. bis zum 27. September im Willy-Brandt-Haus in Berlin.
Zahlreiche junge Fotografen haben sich mit ihren Konzepten zum Thema „Spielen“ für den zum sechsten Mal vom Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter ausgelobten BFF-Förderpreis beworben. Die zwölf von einer Fachjury ausgewählten Teilnehmeren entwickelten ihre Projekte über sechs Monate hinweg in engem Austausch mit ihren Mentoren. Der Preis mit seinem praxisorientierten Mentoring-Programm wird maßgeblich von WhiteWall, dem Umweltfotofestival »horizonte zingst« und Sigma unterstützt.
Vielfalt, Kreativität, Qualität
Die Vielfalt, Kreativität und handwerkliche Qualität der Arbeiten haben die Jury begeistert: „Abwechslungsreicher geht es kaum, wenn zwölf Fotografen losziehen und zum Thema ,Spielen‘ reflektieren: Man schluckt vor Rührung, tanzt mit, wird intellektuell herausgefordert oder kann einfach nur schallend lachen. Ein großartiges Spektrum und überraschende Arbeiten. Besonders überzeugt haben die diesjährigen prämierten Gewinneren“, sagte Edda Fahrenhorst, BFF-Förderpreis-Jurorin und Kuratorin des Festivals.
Die Gewinner-Konzepte
1. Preis: E. Alejandro De Paoli Padilla: „According to the Dice / From an Inventory of 236 Objects”. In der Gewinnerarbeit steht der fotografische Umgang mit dem gelenkten Zufall im Mittelpunkt. Mithilfe einer selbstentwickelten Anleitung und einem sechsseitigen Würfel als Entscheidungsinstrument werden Auswahl und Verteilung bestimmt, was die Gestaltung der inszenierten Stillleben direkt beeinflusst. Für das Projekt hat E. Alejandro De Paoli Padilla 236 Objekte gesammelt. Die Anzahl der Objekte und ihre Verteilung würfelte er aus. Anschließend wählte er die Objekte zufällig aus den gewürfelten Sammlungen aus und fotografierte sie gemeinsam im Studio. Der Fotograf interessiert sich dafür, wie Kontrolle in der Fotografie ins Wanken gerät und wie aus klaren Regeln überraschende Kombinationen, neue Bedeutungen und auch Humor entstehen.
2. Preis: Malte B. Oing: „Playing Birthday Games (Alone)“ ist eine performative Umsetzung einzelner Spiele, die an Kindergeburtstagen in einer Gruppe gespielt werden. Die Arbeit übernimmt diese Spielkonzepte, wandelt sie aber ab, indem sie die Gruppe als eine Kernkomponente herausnimmt und nur eine einzelne Person zum Akteur werden lässt. Durch Aktion, Reaktion und Interaktion lernen Kinder auf der Grundlage zuvor festgelegter Regeln den sozialen Umgang miteinander. Häufig steht dabei das Ziel des Gewinnens und Belohnens im Vordergrund, zugleich werden auch Erfolge durch Zusammenarbeit ermöglicht und erfahren. Was passiert, wenn eine einzelne Person Regeln ausführen muss, die normalerweise der Interaktion mehrerer Personen bedürfen? Die Performance lädt dazu ein, über Regeln, Gemeinschaft und die Rolle der einzelnen Person in dieser nachzudenken.
3. Preis: Charly Krüger: „ROSA” geht der Frage nach, wie Geschlechterstereotype über Spielzeug und Spielen reproduziert werden und warum die Farbe Rosa dabei als omnipräsenter visueller weiblicher Code wiederkehrt. Eine der Rollen, die immer wieder auftaucht, ist die Mutterrolle: Kinderwagen und Babypuppe geben Kindern die Möglichkeit, Muttersein und Sorgearbeit zu spielen. Puppen wie Barbies zeigen überzeichnete Körperproportionen. Dazu kommen vermeintliche Mädchenmagazine mit überspitzten Schönheitsidealen und Werbung, in denen alles glitzert. Die Nische der rosa Kinderartikel vermittelt eine eigene Weltrealität, in der Kinder bestimmte Rollen und Selbstbilder erlernen – getaucht in quietschende Rosatöne. Die Fotografien setzen bei eigenen Assoziationen an und laden dazu ein, Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den Impulsen der Produkte zu hinterfragen.
3. Preis: Zerina Kaps: „Der schwarze Kater”. Was passiert, wenn das große Spiel mit der Natur endet und der Schwarze Kater allen gehört. In ihrem Projekt beschäftigt sich die Fotografin Zerina Kaps mit dem stillen Verschwinden von Tierarten und der Frage nach der Verantwortung des Menschen. Ausgangspunkt ist die Metapher des Kartenspiels Schwarzer Peter, bei dem am Ende eine Person die schwarze Karte zieht und verliert. Übertragen auf die Realität bedeutet das: Die Natur wird behandelt wie ein Spiel, Risiken werden eingegangen, in der Hoffnung, dass die Konsequenzen andere treffen. Doch anders als beim Kartenspiel gibt es keine einzelnen Verlierer – wenn Lebensräume zerstört werden, verliert auch der Mensch selbst. Mit inszenierter Fine-Art-Fotografie und Tierpräparaten entwickelt Zerina Kaps ästhetische, zugleich skurrile Bildgeschichten über das Verschwinden von Tierarten. Ihre Arbeiten verbinden Schönheit mit Irritation und machen ökologische Zusammenhänge emotional erfahrbar – mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen und einen Perspektivwechsel anzustoßen.
Die zwölf Finalisten
• Benedikt Burger: „Rhizom”
• E. Alejandro De Paoli Padilla: „According to the Dice/From an Inventory of 236 Objects”
• Marie Eberhardt: „HERBST”
• Theresa Maria Forthaus: „Speaking Without Words / Dance as Embodied Practice”
• Haben Ghebregziabher: „In Transition”
• Lara Habor: „Halbschatten”
• Jula Antonia Hack: „wie es bleibt”
• Zerina Kaps: „Der schwarze Kater”
• Neela J. Keane: „Bis einer weint”
• Charly Krüger: „ROSA”
• Zoe Linneweber: „Spiel des Erinnerns”
• Malte B. Oing: „Playing Birthday Games (Alone)”
Die Fachjury
Die Jury setzt sich aus Experten aus Fotografie, Kunst und Medien zusammen: Roland Breitschuh (Fotograf und BFF-Vorstand), Edda Fahrenhorst (Kuratorin Umweltfotofestival »horizonte zingst«), Theresa Gramckow (brinkertlück creatives Werbeagentur), Susanne Kastner (Art Producer & Picture Editor), Kerstin Mende (Head of Art Buying, Scholz & Friends), Robert Morat (Robert Morat Galerie), Karin Rehn-Kaufmann (Art Director & Chief Representative Leica Galleries International) und Max Strohe (Sternekoch, Tulus Lotrek).
Auszeichnung und Preise
Die im Rahmen eines Workshops in Zingst editierten Arbeiten wurden von WhiteWall in Kooperation mit Epson für die Ausstellung produziert. Die Preisträger erhalten einen Epson A2-Fotodrucker SureColor P900 sowie einen WhiteWall-Gutschein. Der erste Preis umfasst zusätzlich eine Leica SL2-S mit einem SL35mm ASPH-Objektiv, der zweite Preis das Objektiv SIGMA 28-105mm F2,8 DG DN | Art. Darüber hinaus vergibt Leica Camera einen Sonderpreis an Zerina Kaps für besondere Leistungen: eine Leica SOFORT 2 Burton Edition.
Außerdem werden die Arbeiten im BFF-Förderpreis-Magazin, auf der BFF-Förderpreis-Website und in weiteren Medien der Fotografie vorgestellt.