Sinn statt Pixeln

Die Hamburger Kreativagentur häppy nutzt Künstliche Intelligenz intensiv und macht sich zugleich über deren kreative Fallhöhe lustig.

Herr Hanke, Sie haben mit häppy schon 2022, also vor dem eigentlichen Hype, eine KI-gestützte Kampagne gelauncht, als erste Agentur in Deutschland.

Sascha Hanke: Das stimmt, allerdings haben wir das damals mit einem Augenzwinkern getan: Wir haben die Kampagnenmotive bewusst schlecht gepromptet.

Warum das?

SH: Wir wollten deutlich machen, dass Künstliche Intelligenz ohne menschliche Kreativität dumm ist wie Brot.

Vor Kurzem haben Sie die KI erneut vorgeführt, diesmal mit witzigen Clips, die zeigen, auf welche abstrusen Vorstellungen die Technologie zuweilen kommt. Worum ging’s genau?

SH: Um eine Kampagne für das Fairtrade-Unternehmen GEPA. Im Zentrum stand die Idee „Fair, wenn du KI fragst“, also ein Slogan, der nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell die Richtung vorgab. Wir haben uns für einen KI-Look entschieden, der die KI-Ästhetik bewusst überzeichnet. Gleichzeitig haben wir die durch die KI halluzinierten Beispiele für Fairness – etwa eine Bankfiliale, die auf der Straße Goldbarren an Passanten verschenkt – strategisch gegen das real existierende Fairness-Verständnis unseres Kunden positioniert.

Sie machen sich in diesen Clips lustig über die KI. Hat die Technologie für Sie als Werber keinen Wert?

SH: Doch, natürlich, sie spielt in unserer wie in praktisch jeder Kreativagentur sogar eine große Rolle. Allerdings setzen wir die Technologie eher spielerisch-organisch ein.

Welche KI-Tools nutzen Sie aktuell und für was?

SH: Unter anderem nutzen wir Midjourney für die schnelle Visualisierungen für Moodboards, Kampagnen und Ideenentwicklung, ChatGPT zur interaktiven Ideen- und Content-Generierung, Veo3 für Concept-Spots in Kinoqualität, Higgsfield zur Erzeugung realistischer Video-Avatare und Runway für Videoeffekte. Hinzu kommen …

 


 

 

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