Still-Lifer mit dem besonderen Blick für alles Flüssige. Stilllifer fotografieren tote Dinge. Dass das Ergebnis trotzdem quicklebendig aussehen kann, beweist Peter Schafrick in seinen Bildern.
Der Kanadier mit deutschen Wurzeln setzt in seinem Studio in Toronto, aber auch in den USA und Europa, Produkte von Kunden wie Canon, Coca Cola, Dove, L‘Oréal oder Volvo kunstvoll und hochdynamisch in Szene: Bunte Schals zu bizarren Insekten, Kosmetikprodukte zu dekonstruktivistischen Bauwerken. Spezialität des gelernten Elektroingenieurs sind Highspeed-Aufnahmen von Flüssigkeiten. Schafrick, der seit diesem Jahr von der Düsseldorfer Repräsentanz Rockenfeller & Göbels vertreten wird, arbeitet mit einer Hasselblad H2 plus Multishot- Rückteil CF-39 MS und HC 50-110 mm Zoomobjektiv. Für das perfekte Freezing verwendet er Blitzgeräte von Bron mit extrem kurzen Abbrennzeiten. Das Composing findet in der hauseigenen Postproduktions-Abteilung statt.

In seinen „Floating Liquids“ vermengt er Orangen und deren Saft zu einem explodierenden Gemisch, formt quallenartige Gebilde aus Kolben und Motorenöl, lässt überschwappende Whiskeygläser im Raum tanzen, Himbeeren mit roten Saft-Tentakeln aus einem Becher züngeln und farbtriefende Bälle auf Tennis- oder Baseballschläger treffen, nur um sie in dem Moment, in dem die Entropie ihre maximale gestalterische Kraft entfaltet, perfekt einzufrieren. Die Gestalten, die das physikalische Gesetz der maximalen Unordnung dabei entstehen lässt, sind so organisch, dass man gar nicht anders kann als im eigenen Kopf nach Parallelen im belebten Mirko- und Makrokosmos zu suchen: Die Wege des Flüssigen sind unergründlich – aber fotografisch nachvollziehbar www.peterschafrick.com
.Dieser Artikel wurde veröffentlicht in
| < Zurück | Weiter > |
|---|

