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Kate Brooks


Eine junge US-Reporterin auf den Spuren des „War on terrorism“ Ihre Fotojournalistenkarriere startete in Russland, noch während ihres Russisch- Studiums mit einer erschütternden Reportage über Kindesmisshandlungen in staatlichen Waisenhäusern, die auch auf ihrer Website zu finden, aber nur dickhäutigen Gemütern zur Ansicht empfohlen ist.

Dann kam der 11. September und Kate beschloss nach Pakistan zu gehen, um die Auswirkungen der US-Außenpolitik auf die Bevölkerung in der Region zu dokumentieren. 2003 coverte sie für das Time Magazine die Invasion der US-Truppen in den Irak und den folgenden Aufstand. Seitdem arbeitet sie intensiv im mittleren Osten, reiste und fotografierte im Iran, dem Gaza- Streifen, Libanon, Libyen, Ägypten, dem Jemen. Ihre Bilder sind weltweit veröffentlicht worden, sie hat mehrere Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa, den U.S. A und den Vereinigten Arabischen Emiraten beschickt und internationale Preise gewonnen, darunter den Pictures of the Year International Award (POYI).

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© Kate Brooks

Jetzt hat die gerade mal 33-Jährige mit „Im Licht der Dunkelheit“ ihr fotografisches Tagebuch vorgelegt. Der Titel trifft den Nagel auf den Kopf, und das gleich doppelt. Einerseits erspart uns Brooks nichts, leuchtet alles erbarmungslos aus, zeigt den Krieg ungeschönt und in seinem ganzen, unfassbaren Grauen: Schwer verwundete Zivilisten, verzweifelt schreiende Menschen, zerstückelte Leiber, die bis auf den letzten Stein zerstörte Infrastruktur im Gaza-Streifen, die Angst der US-Soldaten vor dem nächsten Angriff – und den Jungen, der bewusstlos in seinem Blut auf dem Fußboden eines Krankenhauses liegt, den sie weinend fotografierte und vor dessen Anblick sie zusammengebrochen ist. Doch Brooks zeichnet ein differenziertes Bild der Region. Wo immer sie Hoffnung, Menschlichkeit, Aufbruch entdeckt, hält sie diese Momente mit geradezu poetischer Innbrunst fest: Der helle Sonnenlichtstrahl, der durch Mauerschlitze auf die Schutzsuchenden fällt, tanzende junge Frauen in wallenden Gewändern, aber auch die für unsere Augen skurrilunschuldig wirkende „Fashion Week“ in Pakistan oder das ausgelassene Nachtleben im Libanon, dem „Paris des mittleren Osten“, wie Brooks schreibt.

Die junge Kriegsreporterin, die Photoshop erklärtermaßen restriktiv, „wie eine Dunkelkammer“ nutzt, setzt nicht auf fotohistorisch erprobte Looks der Betroffenheitsfotografie. Sie zeigt die blutige Brutalität ebenso ungefiltert wie die Momente der Lebensfreude und der Stille. Vielleicht führt uns ihr unverstellter, ästhetischer Blick damit sogar näher an das wahre Geschehen heran: Leben, Hoffnung, Mitmenschlichkeit, so sagt uns „Im Licht der Dunkelheit“ eben auch, sind stärker als das Grauen. webscouts Liebling | www.katebrooks.comwww.katebrooks.com

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d i g i t ! - 04/2011 d i g i t ! - 04/2011 €5,60 Checkout >> Read more >>