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Mit 100 Sachen in die Marktnische

Man muss kein Global Player sein, um eine Markeauszubauen. Das zeigt das Beispiel von record-racer.com Eine wichtige Rolle im Marketinmix des Spezial-Labels fürdie Retrobiker-Szene spielt die fotografische Inszenierung. Die Initialzündung für das Projekt lieferte ein 30 Jahre altes Classic Bike.

„Mad(e) with oiled wrenches“

„Die Idee, einen eigenen Markenauftritt zu entwickeln, statt immer nur für Dritte, war schon lange in meinem Kopf“, sagt der in Köln lebende Art Director Robin Claudy, der das record-racer.com Label entwickelt hat. „Ich wusste nur zunächst nicht, auf welches Thema ich mich stürzen sollte. Schließlich sollte es erstens ein Herzblutprojekt sein und zweitens auf eine potenzielle Nachfrage am Markt treffen.“ Die Initialzündung für das Projekt lieferte ein 30 Jahre altes Classic Bike. Rückblende, Sommer 2008: Claudy ist seit einigen Jahren freiberuflich in Sachen visuelle Gestaltung unterwegs. In seiner Freizeit fährt er Motorrad, taucht in die Café Racer-Szene ein, begeistert sich für den puristischen Bike- und schnellen Fahrstil und die szenetypische Ästhetik (siehe Kasten). Eines Tages entdeckt er eine Honda CB 550 four.

Das fotografische Konzept unterstützt den Vintage-Look für das Retrostyle-Label record-racer.com

Das fotografische Konzept unterstützt den Vintage-Look für das Retrostyle-Label record-racer.comrecord-racer.com


Er trimmt die alte Japanerin im Stil der britischen Straßenrennmaschinen aus den Sixties – doch irgendwas fehlt noch. „Ich habe nach Stickern im Café Racer-Style Ausschau gehalten, aber es gab nichts Vernünftiges“, sagt Claudy. „Damit war die Idee da: Die Entwicklung und Vermarktung eines eigenen Café Racer-Labels, in einem Design, das den Geist der früheren Subkultur widerspiegelt, die Ästhetik der Szene aufgreift, aber meine eigene Handschrift trägt.“ Claudy entwirft Aufkleber für Tank und Schutzbleche, T-Shirts, schließlich Schlüsselbänder, Buttons und Tassen. Er integriert Café Racer-typische Symbole wie Würfel, Ton-Up-Schriftzüge, gekreuzte Kolben und das Credo der Szene: das 100mph (Miles per hour)-Emblem in seine Entwürfe. Seinem Label verpasst er den Namen record-racer.com – eine Reminiszenz an die Szene der Sixities, deren Fahrer sich in Cafes trafen und versuchten, einen Rundparcours durch die City zu absolvieren, ehe eine zuvor angespielte Jukebox-Single (engl: „record“) verklungen war.

Robin Claudy entwarf einen authentischen Look für sein Label – am Mac in der Garage.

Robin Claudy entwarf einen authentischen Look für sein Label – am Mac in der Garage.


Raw fotografieren – ganz buchstäblich
Parallel dazu entwickelt Claudy ein Marketing-Konzept und überlegt, welches Bildmaterial er braucht, um seine Vision des Café Racer-Styles auf den Punkt zu bringen. Dann beauftragt er den ebenfalls in Köln ansässigen Werbe- und Portrait-Fotografen Ralf Bauer mit einem Shooting.

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