Doppelkopf

Bildserie „Amazing Las Vegas“: Die Autos sind in der Wüstenstadt fotografiert worden, die Köpfe später einmontiert.Kann man lichtbildnerische Höchstleistungen im Konsens erzielen? Man kann nicht nur, man sollte sogar, sagen Wiebke Pätz und Pedro Rodrigues, kurz „Wiebke plus Pedro“. Das Foto-Postproduktions-Duo schwört auf den Diskussionsprozess als kreativen Katalysator. Die Schlagkraft ihrer Bilder gibt den beiden recht.

Wer die eigenen Geistesblitze mit anderen Kreativen diskutiert, erlebt nicht selten so etwas wie einen Blitzableitereffekt: Die Idee wird so lange zerredet und umgepolt, bis sie ihre Spannung verliert. Deshalb agieren „Bildermacher“ oft wie Egoshooter – meist alleine – und zuweilen etwas autistisch. Eine Berufskrankheit, eine Art überlebensnotwendige „Deformation professionelle“, wie viele meinen: Wer die eigenen Einfälle nicht für das Nonplusultra hält, kann sie schwerlich gegen Bedenkenträger vom Typus „Haben wir schon immer so gemacht“ verteidigen. So gesehen ist das Arbeits- und Geschäftsmodell von Wiebke Pätz und Pedro Rodrigues die Ausnahme von der Regel. Eine Ausnahme, auf die es lohnt, hinzusehen, weil sie als Blaupause dienen kann für all diejenigen, die den Einzelkämpferstatus eher als Last denn als Lust empfinden, zugleich aber Angst haben, dass die eigene Bilderwelt verwässert, wenn ihnen jemand hereinredet.

Der typische Wiebke&Pedro-Look steht auch bei kommerziellen Auftraggebern hoch im Kurs.Mehr als die Summe der einzelnen Teile
„Unsere Zusammenarbeit hat sich vor etwa sechs Jahren eher zufällig ergeben, ohne fest definiertes Ziel“, erinnert sich Pätz. „Ich hatte gerade meine Fotoassistenzzeit beendet, und viele meiner Freunde kamen aus der Kreativszene. Eines Tages lief mir dann Pedro über den Weg, der damals als Art Director arbeitete. Er sah meine Bilder und sagte: ‚Da würde ich gern mal meinen Look drüberlegen.‘ Als ich ein paar Tage später diesen Look sah, dachte ich: Der hat meine Bilder wirklich noch mal vorangetrieben, das sollte man ausbauen.“ Anfänglich arbeiteten Pätz und Rodrigues nur sporadisch zusammen, ausschließlich bei freien Arbeiten. Doch dann wurden Pätzs Kunden allmählich auf diesen speziellen Wiebke-Pedro-Look aufmerksam. Die Folge: Die Teamwork der beiden weitete sich auf immer mehr Projekte aus, auch kommerzielle. Pätz: „Irgendwann dachte ich: Das geht nicht, dass nur mein Name unter den Bildern steht, obwohl die Bildideen ja auch von Pedro kommen.“ Damit war das „Wiebke plus Pedro“-Konzept geboren, das die beiden auch in der Außenkommunikation konsequent hochhalten.

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