VÖLLIG LOSGELÖST (2)

digit! 4-2017Im zweiten Teil des Beitrags zum „Tethered Shooting“ stellt Michael Marczok ein Projekt aus der Praxis vor: Ein Fokus-Stacking kombiniert mehrere Aufnahmen eines Motivs mit unterschiedlichen Fokuspunkten zu einem Gesamtbild mit erweitertem Schärfebereich.

Focus-Stacking wird hauptsächlich in der Fotografie in der Nah- und Makrofotografie angewendet. In diesem Bereich zwischen 10:1 und 1:10 gelten andere Regeln als bei normalen Abständen von Kamera und Objekt. Je näher man heran muss, um das Motiv groß genug abzubilden, desto lichtschwächer wird es. Die effektive Lichtstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Die Belichtung ist hier also nicht mehr nur von Belichtungszeit und Blende, sondern auch noch vom Abbildungsmaßstab abhängig. Die Belichtungsautomatik der Kameras kompensiert diesen Effekt in der Regel nicht selbstständig, es muss korrigiert werden. Hier wird der erste Vorteil der ferngesteuerten Aufnahme erkennbar: Die Belichtung kann auf einem größeren Bildschirm schnell kontrolliert werden.

Ein weiterer Effekt der Nah- und Makrofotografie ist die Abnahme der Schärfentiefe mit wachsendem Abbildungsmaßstab. Bei klei-nen Objekten, wie den Schmuckstücken in unserem Beispiel, sinkt die Schärfentiefe sehr schnell in den Millimeter-Bereich und darunter. Auch mit starkem Abblenden ist dem nicht entgegenzu-wirken. Durch auftretende Beugungseffekte nimmt die gesamte Abbildungsqualität sogar zusätzlich ab.

Eine aufwendige Möglichkeit wäre die Aufnahme des Objekts mit einer Fachkamera. Über die Scheimpflug-Verschwenkung der Bild- und Objektivstandarte kann die Ausrichtung der Schärfenebene verändert werden. Bei einer DSLR würde diese Schärfeebene immer parallel zur Sensorebene liegen. Außerdem sind Fachobjektive etwas besser gegen Beugungsfehler gerechnet. Trotzdem bleibt der Fakt, dass die Ausdehnung der Schärfenebene mit größer werdendem Maßstab immer geringer wird, egal, in welcher Lage sie sich befindet.

 


digit! 4-2017 Ab einer bestimmten Objektgröße hilft alles nichts: Das Motiv ist nicht gänzlich scharf zu bekommen, auch nicht mit kleiner Blende. Hier kommt das Focus-Stacking zu seiner Berechtigung.

Die Technik des Focus-Stacking beinhaltet die Kombination und das Verrechnen von mehreren Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungsparametern oder Bildinhalten, wie auch bei HDR- oder digitalen Panoramaaufnahmen. Der Parameter, der beim Focus- Stacking von Aufnahme zu Aufnahme variiert wird, ist die Schär-feebene. Das Objekt wird mit unterschiedlicher Fokussierung bei gleichbleibender Belichtung fotografiert, bis der...

 

 

 

 


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