»Beobachtet doch einmal das Licht! Ihr kennt es nicht, wisst nichts von ihm! Ihr fotografiert Dinge einfach als das, was sie sind, statt sichtbar zu machen, was sie sein könnten, was Licht und Luftstimmung aus ihnen machen könnten. Licht lässt alles leuchten, es verwandelt und veredelt selbst die einfachsten, gewöhnlichsten Dinge. Das Motiv für sich ist nichts, das Licht ist alles! Lernen wir darum, dieses Licht zu entdecken. Sehen können ist die wichtigste Voraussetzung für einen Fotografen. Es zu lernen, ist mit am schwersten.«
Das schrieb der belgische Fotograf Léonard Misonne (1870-1943), oft als der König der Landschaftsfotografie bezeichnet, im Dezember 1924 in seinem Geburtsort Gilly in Belgien.
CGI: Tamás Havasi | 2011
»Historisches« Licht Die Erfindung der Fotografie (Oder sollte man besser von seiner Entdeckung sprechen?), wurde lange Jahre auf das Jahr 1827 datiert und mit der ersten Aufnahme von Joseph Nicéphore Niépce (1765 -1833), das er aus dem Fenster seines Ateliers im französischen Gras aufnahm, belegt. Das Licht hatte bei diesen ersten Versuchen eine entscheidende Rolle: Es erzeugte gewissermaßen das Bild der Wirklichkeit in der Camera (obscura) und zwar nicht über einen sehr kurzen Zeitraum, sondern in diesem Fall über acht Stunden hinweg. Die Kunstlichtquellen sind fast alle älter als die Fotografie. Physiker befassten sich schon lange mit der Suche nach »weißem« Licht für die Fotografie. So fand der Deutsche Thomas Johann Seebeck (1770-1831) im Jahre 1812 heraus, dass bengalisches Weißfeuer eine hohe aktinische (strahlende) Wirksamkeit aufweist.
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