ADOBE PHOTOSHOP LIGHTROOM: CLASSIC ODER CLOUD

digit! 6-2017Donnergrollen statt eitel Sonnenschein: Adobe hat mit seiner Spaltung von Lightroom in „Classic“ und „Creative Cloud“ für Irritationen gesorgt. Viele Fotografen fühlen sich im Regen stehen gelassen, sie schielen auf die frischen Updates der Konkurrenten „Capture One“ und „Luminar“. Sebastian Drolshagen schaut hinter die Gewitterwolken.

Gerade in den letzten Monaten wird mancher von seinen Lieblingskonzernen arg gebeutelt: Canon schmeißt neue Kameras ohne 4K-Video auf den Markt, Apple baut ein Macbook mit Adapter-Wahnsinn und Lightroom fordert viel Geduld. Und dann macht der Software-Riese ein neues Fass auf und spaltet Lightroom in „Classic“ und „Creative Cloud“ – ein kalter Guss aus Adobes Datenwolke. Großes Drama? Eher enttäuschte Liebe, die ja schnell zu überschwappenden Missverständnissen führt. Ein falsches Wort … Man kennt das. So gewinnt man den Eindruck, dass Adobe sich mit einem anderen Namen für das bisherigen Lightroom einige Watschen erspart hätte. Kein Wunder: „Classic“ klingt nach altem Eisen, nach Software kurz vor der Rente. Vehement mussten die Kalifornier bestreiten, dass dies der Anfang vom Ende sei, was das bekannte Lightroom betrifft. „Wir wissen, dass Lightroom Classic für viele von euch ein Tool ist, das ihr kennt und liebt, und deshalb haben wir in Zukunft noch einiges vor, um es noch weiter zu verbessern.“ Jetzt bloß den Schwarm bei Laune halten. Nicht auszudenken, wenn Adobe einfach auf einen Titel wie „Lightroom Professional“ gesetzt hätte. Vielleicht hätten dann mehr Menschen einen offenen Blick dafür behalten, welche Verbesserungen das Update für sie bereithält.

Die Aktualisierungen für Lightroom Classic – zu Lightroom CC und der Differenzierung kommen wir gleich – sind nämlich aller Ehren wert. Die Entwickler haben endlich die Trägheit angepackt. Lightroom Classic hat nicht das Fliegen begonnen, aber wer an einem der Regler zieht, bekommt ad hoc zu sehen, was er bewirkt. Adobe hat dafür unter der Haube gewerkelt und setzt zudem massiv auf Smart Previews, also Vorschaubilder in Form von niedrig aufgelösten DNG-Dateien, die eine volle Bearbeitung ermöglichen, aber weit schlanker daherkommen als die Kamera-RAWs.

digit! 6-2017 Darüber hinaus hat Adobe Masken für die Verlaufsfilter und den Pinsel eingeführt, also für alle Werkzeuge, die es erlauben, nur Teilbereiche eines Fotos zu verändern. Schon seit dem letzten Update kann man per Pinselstrich einzelne Partien aus einem Verlaufsfilter herausnehmen; mit der neuen Classic-Version kann man die Bearbeitung auf bestimmte Helligkeits- oder Farbbereiche beschränken. Konkret: Möchte ich bei einem Stadtpanorama den Himmel abdunkeln, kommen mir irgendwann spitze Dachgiebel in den Weg. Wahlweise kann ich diese ab jetzt über den Unterschied bei der Farbe oder bei der Helligkeit ausschließen. Wie der Übergang und der Toleranzbereich ausfallen, lässt sich ebenfalls per Schieberegler definieren. Also, noch ein Grund weniger, Photoshop zu starten und mit Masken zu hantieren.

Lightroom CC – nichts für Profis
Solche Raffinessen beherrscht das neue Lightroom CC nicht, auch wenn Adobe betont, dass kontinuierlich neue Funktionen integriert würden. Man kann sich Lightroom CC insgesamt als abspecktes Lightroom Classic vorstellen – und doch greift der Gedanke etwas kurz. Adobe hat Lightroom CC als komplett neues Programm entwickelt, was angesichts der Performance-Schwierigkeiten des Klassikers ...


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