Bewegt- und Stillbildaufnahme mit einem Gerät – dieser Trend scheint unausweichlich. Wer braucht’s wann und wie? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, gilt es technische, ergonomische und marktspezifische Hürden und Chancen zu berücksichtigen. Die Idee, Videos mit einer Fotokamera aufzunehmen, ist alles anders als neu. Seit Jahren verstehen sich die meisten Kompaktkameras auf das Aufzeichnen von Bewegtbildern. Bis vor kurzem allerdings lediglich in einer Qualität, die allenfalls für den privaten „Hausgebrauch“ ausreichte. Mit zwei Spiegelreflexmodellen – dem Prosumer-Modell Nikon D90 und Profivollformatmodell Canon EOS 5D Mark II – gelang zur photokina 2008 der Durchbruch im Segment der digitalen Spiegelreflexkamera. Beide Kameras sind in der Lage, Videoaufnahmen in „High Definition“ Videos zu generieren. Mit der Live- View-Funktion wurde dabei die Vorarbeit geleistet, denn die Voraussetzung für die Anzeige des Bildes auf dem Kameradisplay ist das kontinuierliche Auslesen des Sensors bei hochgeklapptem Spiegel. Für die Videoaufzeichnung muss dieser Datenstrom „nur“ noch gespeichert werden. Doch erst die neue Generation der Bildprozessoren ist in der Lage, den hohen Datenstrom zu bewältigen.
Die Grenzen setzt die Ergonomie
Das Videofeature versetzt den Fotografen in die Lage, neben Stills auch Bewegtbilder zu produzieren: Event- und Hochzeitsfotografen stehen in den Startlöchern, und auch Fotojournalisten und Gesellschaftsreporter scheinen prädestiniert. Die Technik ist also prinzipiell verfügbar – allerdings mit einigen substantiellen Einschränkungen. Und die betreffen vor allem die Ergonomie. Jeder, der schon einmal professionell gefilmt hat, kennt die Anforderungen an eine ideale Filmkamera. Der Knackpunkt: Sie muss sich so auf der Schulter aufstützen und ausbalancieren lassen, dass sie von der rechten Hand problemlos gehalten und von der linken so bedient werden kann, dass keine unbeabsichtigten Kamerabewegungen entstehen. Der Sucher muss zudem so positioniert sein, dass er bei diesem Handling bequem eingesehen werden kann. Hält man sich zum Vergleich eine DSLR 30 cm vors Gesicht und versucht, mit zusammengekniffenen Augen den Monitor zu erkennen, versteht man sofort, wo der Hase im Pfeffer liegt:
Eine präzise Bestimmung des Bildausschnitts ist nicht möglich. Die Hauptherausforderung besteht folglich darin, diesen Designwiderspruch zu überwinden, ohne zu viele Kompromisse einzugehen. Wie hoch diese Hürde ist, vergegenwärtigt man sich am besten, indem man eine professionelle Videokamera und eine DSLR nebeneinanderstellt und dann vor seinem geistigen Auge versucht, die beiden in einem einzigen Gehäuse zu verschmelzen: eine schier unmögliche Gestaltungsaufgabe. Und zudem eine widersinnige. Denn viele der Hardwarekomponenten, die für das professionelle Filmen unabdingbar sind (allen voran die hochwertige Tonaufnahmen), werden fürs Fotografieren nicht benötigt, sind teils geradezu störend. Eine weitere Hürde, nämlich der deutlich erhöhte Speicherbedarf beim Filmen, wird mittlerweile durch riesige SD-Speicherkarten bis 32 GB entkräftet.Den kompletten Artikel finden Sie in
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