Interviews: Peter Schuffelen
GUIDO KREBS, Canon „Nah an den realen Marktbedürfnissen“
digit! Mit der EOS-1D X haben Sie die Zweiteilung in Highspeed- und Highresmodell beendet. Warum?
Guido Krebs:Das Berufsbild der Fotografen hat sich stark verändert. Die Profis werden immer mehr zu Alleskönnern. Egal ob Reportage, People, Mode oder beispielsweise Sport: Im hartumkämpften fotografischen Arbeitsfeld werden Produkte benötigt, die universell im Foto- wie auch mittlerweile im Video-Bereich einsetzbar sind. Wir haben dieser Entwicklung mit unserer neuen EOS-1D X Rechnung getragen, um die neuen universellen beruflichen Anforderungen, mit denen sich unsere Fotografen auseinandersetzen müssen, erfüllen zu können.
YASOU BABA, Nikon Professional Service „Die Bedürfnisse der Profis bedienen – auch im Filmbereich“
digit! 24,5 Megapixel sind beachtlich – aber ist das wirklich genug für die High-End-Studiofotografie? Wird Nikon die Lücke nutzen, die durch den Wegfall der Canon Ds-Baureihe entsteht?
Yasuo Baba: Die Nikon D3X bietet den Studiofotografen mit 24 Megapixeln exzellente Bildergebnisse und das Feedback der Kunden ist immer sehr positiv. Wir sind bekannt dafür, dass wir mit neuen Produkten immer wieder neue Maßstäbe setzen. Der 24-Megapixel-Sensor liefert beachtliche Resultate. Dennoch werden wir mit Sicherheit diese Top-Qualität weiter verbessern.
UWE MOEBUS, Hasselblad „Gut ist nicht gut genug“
digit! Herr Moebus, eine digitale Hasselblad kostet ab 10.000,- Euro aufwärts. Lassen sich diese Summen angesichts schrumpfender Tagessätze noch darstellen?
Uwe Moebus: Profi-Fotografen in der Top-Liga arbeiten für Auftraggeber, die absolute Spitzenleistungen verlangen und dafür entsprechende Honorare bezahlen. Gut ist in dieser Klasse nicht gut genug, und allen Beteiligten ist bewusst, dass höchste Qualität ihren Preis hat und dieser Qualitätsanspruch mit einer Hasselblad Kamera erfüllt werden kann. Vergleicht man Preise von Highend-35mm-DSLR-Kameras, die eine akzeptable Qualität liefern, mit dem der Hasselblad H4D-31 ( 9.995,- Euro zzgl. MwSt., inkl. Objektiv), wird man zudem sehr schnell feststellen, dass es kaum einen Unterschied im Preis gibt – dafür jedoch in der Bildqualität.
GERALD SCHNITTGER, Phase One „Das technisch Machbare ausreizen“
digit! Herr Schnittger, der qualitative Status Quo im Mittelformatbereich ist schon jetzt sehr gut. Wo sehen Sie überhaupt noch systematische Verbesserungsmöglichkeiten?
Gerald Schnittger: Die Backs der aktuellen Phase One IQ-Serie sind unserer Überzeugung nach das innovativste Produkt im Mittelformat- Segment. Hier hat Phase One das derzeit technisch Machbare ausgereizt. Ein wichtiger Aspekt bei der Weiterentwicklung ist und war die Benutzerfreundlichkeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in diesem Punkt noch mehr auf die Wünsche unserer Anwender eingehen, ohne dabei die Einfachheit der Bedienung aus den Augen zu verlieren. Ziel ist immer, dass sich Fotografen für unsere Hardund Software entscheiden, weil sie sich in ihrer Kreativität und Produktivität optimal unterstützt fühlen.
HARALD BARTH, Leiter Vertrieb Photo Imaging Schneider-Kreuznach „Die Optik sollte so leistungsfähig wie möglich sein“
digit! Herr Barth, welche Bedeutung hat das Objektiv im Qualitätsmix eines Kamerasystems?
Harald Barth: Das kann man nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist, dass die Kette ausgewogen und aufeinander abgestimmt ist. Dem Objektiv kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, weil Information, die am Anfang fehlt, nicht nachträglich künstlich „erzeugt“ werden kann. Natürlich lassen sich über die Bildbearbeitung auch nach der Aufnahme Detailverbesserungen erzielen. Dabei gibt es aber eine Wechselwirkung der Parameter: Wird eine Bildeigenschaft optimiert, geht das zu Lasten einer anderen. Beispielsweise führt die Reduzierung des Bildrauschens gleichzeitig zu einer verringerten Modulation.
STEFAN STEIB, Harblei „Wir stehen am Wendepunkt“
digit! Herr Steib, wie schätzen Sie den aktuellen Markt für professionelle fotografische Systeme ein?
Stefan Steib: Wir stehen an einem Wendepunkt. Auch wenn digital drauf steht, haben wir uns bislang de facto oft noch im Bereich der Hybridfotografie bewegt, die „Denke“ bezieht sich bis heute vielfach noch auf die analoge Zeit. Gerade die Mittelformat-Anbieter wenden ihren Blick nicht konsequent auf neue Ziel-Medien und Anwender. Wenn optimierter Komfort und Anbindung eine Kamera groß machen, dann sehen die meisten aktuellen „großen Kameras“ leider ziemlich „klein“ aus. Wenn sich da nichts ändert, werden diese mittelfristig durch wirklich kleine Kameras verdrängt – Prosumerkameras!
Den kompletten Artikel finden Sie in
| < Zurück |
|---|



