
vielgestaltig und schwer zu bändigen: Bier gehört zu den fotografisch widerspenstigsten Flüssigkeiten.
Mit dem Bier ist es so eine Sache. Es kann einem viel Freude bereiten, aber auch jede Menge Kopfschmerzen – und das nicht nur beim Zechen. Joerg Kritzer kann von dieser Ambivalenz ein Lied singen. Bier, das ist für ihn bis heute eine ordentliche Herausforderung, rein fotografisch gesehen. Und das, obwohl Kritzer seit vielen Jahren auf perfekte, „idealtypische“ Lichtbilder von Flüssigkeiten spezialisiert ist. „Bier ist eines der anspruchsvollsten Materien in der Liquid-Fotografie“, sagt Kritzer. „Es gibt so viele Materialien und Einflussgrößen, die miteinander interagieren: das Bier, die Kohlensäure, der Schaum, das Glas, der Goldrand.“ Und dann ist da noch der Faktor Zeit. Die von der Werbung erwünschte Betauung des Glases verändert sich und schwindet rasch. „Eine Simulation mit Glycerin wäre möglich, sieht aber nicht so natürlich aus. Auch der Bierschaum hat eine ziemlich überschaubare Lebensdauer. Rasierschaum ist zwar wesentlich ausdauernder, aber leider keine Alternative“, sagt Kritzer. „Er wirkt einfach nicht realistisch genug.“

Trotz jahrzehntelanger Erfahrung braucht es viele Versuche , um den Kampf der Elemente (hier Campari mit Eis und Orangensaft) so schlagkräftig enizufangen
Flüssigkeiten brauchen Führung
Das Flüssige ist nur schwer zu fassen: Es schäumt und blubbert, perlt und sprotzelt, steigt in Gefäßen breiig, ölig oder wässrig auf. Befreit vom Behältnis entfaltet es sich mal in symmetrischer Perfektion, mal in apfelmännchenförmigen Wiederholungen, dann ...
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