Zu Schaden kommen: Der Laden Wer durch die Buchhandlung Schaden im Kölner Subkultur-Stadtteil Ehrenfeld geht, findet nur eine Art von Ware: Fotobücher. Doch so eindeutig das Genre, so vielfältig sind Inhalt und Aufmachung der Bücher. Ein kurzes und willkürliches Stöbern in der Vitrine, den Regalen, Tischen, Kisten und Stapeln fördert alles Denkbare zutage: Antiquarische und aktuelle Ausstellungskataloge wie „How you look at it – Fotografien des 20. Jahrhunderts“ oder „Der Rote Bulli. Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie“. Manche Cover sind mit Samt beklebt, andere aus dickem lehmfarbenen Packkarton gefertigt. Es gibt Cover mit Lochstanzungen oder spiegelnden Metallfolien, matte Hardcover und Hochglanz- Schutzumschläge. Auffallend viele Bücher sind in Leinen eingeschlagen. „Bedrucktes Leinen ist im Moment ziemlich angesagt“, sagt Geschäftsführer Markus Schaden.


>> Erste Adresse für das gute Fotobuch: Die Schaden Buchhandlung in Köln
„Come to where“ ist der jüngste Titel der White Press, dem kleinen aber feinen Label des Schaden.com-Verlags, das mit Auflagen zwischen 150 und 350 Exemplaren in die Nische zwischen On-demand- Dienstleistern wie Blurb oder K-Books und auflagestarken Bildbänden von Verlagen wie Steidl stösst. White Press produziert Bücher, die mit Liebe layoutet, im digitalen Offsetverfahren gedruckt und teils von Hand gebunden sind.
White Press: Qualität statt Quantität 1995 gründete Markus Schaden gemeinsam mit seinem Bruder Christoph – inzwischen Professor für Bildwissenschaften an der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg – den Schaden.com-Verlag. 1998 eröffneten die Brüder das gleichnamige Fotofachhandelsgeschäft. Im Laufe der Jahre hat die Schaden-Truppe eine weltweite Community von Fotobuch-Aficionados aufgebaut, die über Events und gemeinsame Projekte stark miteinander vernetzt ist. Mehr als 100 Fotobücher hat Schaden.com seit der Gründung verlegt; seit einigen Jahren geht der Trend bei White Press in Richtung kleinere Auflagen und Exklusivität. Darüber hinaus ist Markus Schaden konzeptionell und beraterisch in Sachen Fotobuch unterwegs – und war unter anderem an so wegweisenden und erfolgreichen Werken wie „Dienststelle Marienthal“ von Andreas Magdanz (siehe auch unsere Story in diesem Heft) beteiligt. Keine Frage: Wenn einer weiß, wie man ein außergewöhnliches Fotobuch macht, dann ist es Markus Schaden.
„Das Fotobuch ist ein junges und bis heute dramatisch unterschätztes Medium. Zum Glück holt es in der Wahrnehmung von Sammlern und Fotointeressierten seit einiger Zeit sichtlich auf“, sagt der 46-Jährige.
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