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Drei „big points“ für Leica

Seit Ende September ist die Leica S2 lieferbar. Zum Start stehen das 70er und das 180er Objektiv zur Auswahl, ein 35er soll noch in diesem Jahr folgen.In wirtschaftlich schwierigen Zeiten startet das Solmser Unternehmen die größte und wichtigste Produktoffensive seiner Geschichte. Der Leica Punkt ziert in Zukunft drei Kameras, von denen die S2 und die M9 für Bildermacher entwickelt wurden, die professionelle Ambitionen hegen. Die zierliche Leica X1 hingegen sucht ihre Käufer im Segment der Prestige-Kompaktkameras.
S2 – Die Professionelle
Nachdem Leica die S2 auf der photokina im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, war die Spannung in der Fotoszene groß. Wann würde das komplett neu geschaffene S-System auf den Markt kommen? Trotz der Fortschritte, welche die Kleinbild-Sensoren in den letzten Jahren gemacht hatten, verlassen sich Fotografen, die in erster Linie für Modestrecken oder aufwändige Studioproduktionen gebucht werden, auf die Kraft des großen Formats. Das Marktsegment wird von Herstellern wie Hasselblad mit der 50 Megapixel H3DII-50 oder Phase One mit der offenen 645er Plattform inklusive Vollformatrückteilen bis zu 60,5 Megapixel dominiert. In diesen Bereich will Leica also mit der professionellen S2 vordringen und dabei die auch in der digitalen Produktion bestehende Lücke zwischen Kleinbild- und Mittelformat schließen. Das S2-Sensorformat mit 37,5 Megapixeln und einem 30 x 45 Millimeter großem Sensor im Seitenverhältnis 2:3 ist dabei 60 Prozent größer als Kleinbild. Leica hat – um die maximale Schärfe der Objektive zu nutzen, auf den Einsatz eines Tiefpassfilters verzichtet und setzt bei der Entfernung eventuell auftretender Moiré- Effekte auf die interne Signalverarbeitung der S2. Hinzu kommt, ähnlich wie bei der M9, eine spezielle Mikrolinsen-Anordnung, um schräg am Rand einfallende Lichtstrahlen vollständig erfassen und das einfallende Licht mit den speziell auf das S2-System abgestimmten Objektiven ausnützen zu können. Der von Kodak entwickelte Sensor bietet bei Available-Light-Fotografie rauscharme Aufnahmen bis zu ISO 1.250.

Eine ausgewachsene SLR

Auf den ersten Blick erinnert die S2 durchaus an eine große Spiegelreflex, durch ihr zeitgemäßes Design liegt sie besser in der Hand und ist intuitiver bedienbar als gängige Mittelformatgehäuse. Außerdem wurde die Kamera von Leica nicht mit Bedienelementen überfrachtet und lädt auch zum Arbeiten außerhalb der Studiogrenzen ein. Die Bilder der S2 werden vom Maestro-Prozessor verarbeitet, bei einer Geschwindigkeit von 1,5 Bildern pro Sekunde. Die Kamera hat zwei Speicherkartenslots, für CompactFlash und SD-Medien. Wie die M9 und die X1 kann die S2 Bilder direkt in Adobes Digitalnegativformat DNG abspeichern, womit die Konvertierung von RAW zu DNG beim mitgelieferten Bearbeitungsprogramm Lightroom zeitsparend entfällt. Bei Bedarf können Bilder auf CompactFlash als DNG, und parallel hierzu auf der SD-Karte im zweiten Steckplatz als JPEGs gespeichert werden. Die S2 läßt sich mittels des ebenfalls enthaltenen Leica Image Shuttle im „Tethered Shooting“ komplett vom Rechner steuern, und der Kunde oder Art-Director kann die Aufnahmen direkt über die eingebaute HDMI-Schnittstelle am Flachbildschirm beurteilen.

Zwei Linsen zum Start

Zum Verkaufsstart sind zwei Objektive für das S-Bajonett verfügbar: die Normalbrennweite Summarit-S 1:2,5/70 mm ASPH (56 mm Kleinbild) und das APO-Tele-Elmar-S 1:3,5/180 mm (144 mm). Noch in diesem Jahr sollen dann das APO-Macro-Summarit-S 1:2,5/120 mm (96 mm) und als Weitwinkel das Summarit-S 1:2,5/35 mm ASPH (28 mm) folgen. Der neu konstruierte Metall-Lamellen- Schlitzverschluss der S2 liefert als kürzeste Verschlusszeit 1/4.000 Sekunde mit einer Blitzsynchronzeit von 1/125 Sekunde. Die wichtigsten Brennweiten werden allerdings alternativ als Zentralverschluss-Version erhältlich sein und dann eine Blitzsynchronzeit von 1/500 Sekunde bieten.

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d i g i t ! - 04/2009 d i g i t ! - 04/2009 €2,50 Checkout >> Read more >>