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KÜNSTLER ZUM ANFASSEN

Die eigene Arbeit physisch präsentieren: Das ist immer noch eine der effektivsten Selbstvermarktungsstrategien. Eine Fotografin, die regelmäßig ausstellt, und ein Fotograf, der seine eigene Galerie gegründet hat, erklären warum.

digit! 2-2018TIERFOTOGRAFIN RUTH MARCUS

„Ausstellen heißt, sich selbst verorten“

Darum gehts
Ruth Marcus ist Portraitfotografin – und meistens stehen Tiere vor ihrer Kamera. Die gelernte Ärztin und fotografische Autodidaktin machte sich 2005 selbstständig, porträtierte zunächst ihre eigenen Tiere (darunter ihr Pferd und ihren Hund Töle), später auch die von Privatkunden. Ihre Bilder vermarktet sie als großformatige Inkjet- Prints, kaschiert auf Aludibond oder veredelt nach dem Diasec- Verfahren. Darüber hinaus setzt sie Werbekampagnen für Unternehmen um. Ruth Marcus hat inzwischen sechs Bildbände und mehrere Kalender mit ihren Arbeiten herausgebracht. Ihre Arbeiten sind regelmäßig in Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen – derzeit etwa in Koblenz. Darüber hinaus ist sie mit ihren Bildern auch dauerhaft in Showrooms (u. a. in Athen und Hanau) sowie in mehreren Designmöbelhäusern präsent.

digit! 2-2018 Das steckt dahinter
„Ich mache seit zwölf Jahren Ausstellungen, inzwischen sind es ein bis zwei pro Jahr“, sagt Ruth Marcus, die klar Einzelausstellungen bevorzugt. „Gruppenausstellungen sind am Anfang eine schöne Sache, um die Abläufe kennenzulernen, aber irgendwann will man einfach sein eigenes Ding machen.“ Im Frühjahr 2018 steht wieder eine Einzelausstellung an, im Landesmuseum Koblenz. „Thomas Metz, der Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland- Pfalz, den ich schon von früheren Ausstellungen kannte, rief mich im Herbst letzten Jahres an und fragte, ob ich wieder eine Ausstellung machen würde. Ich habe...

 


digit! 2-2018

FOTOGRAF & GALERIST MICHAEL NISCHKE

„Ich bin mein eigener Galerist“

Darum gehts
Bis vor 15 Jahren betrieb Michael Nischke mit einer Handvoll Mitarbeiter ein großes (und notorisch überbuchtes) Studio für Werbefotografie und schrieb Fachbücher und Fachartikel zu fotografischen Themen. Nebenbei verfolgte er seine eigenen Foto-Projekte, überwiegend Stadt-Landschaften, die er mit analogen Panoramakameras, wie der Noblex und anderen, aufnahm. Venedig war sein erstes Sujet. Er gewann Preise für seine raumgreifenden Panoramabilder, wurde ausgezeichnet, produzierte Bücher und Kalender, dann erste limitierte Printserien für den Kunstmarkt. Das Interesse wuchs, und irgendwann musste eine Entscheidung her: freie Fotografie oder Auftragsfotografie. „Beides ging jedenfalls nicht mehr Hand in Hand“, sagt Nischke. „Wenn Interessenten meiner freien Arbeiten vorbeikamen, sahen sie eine Hohlkehle, Blitzanlagen und Models. Das hat nicht gepasst. Ich habe mich dann für die freie Fotografie entschieden, weil ich finde, dass das Leben spannender ist, wenn man immer mal wieder etwas Neues ausprobiert.“

2003 bekam er die Chance, seine Arbeiten in einer ebenso großen wie renommierten Münchner Galerie zu zeigen. „Das hat mir einen Kick gegeben. Gleichzeitig habe ich aber auch verstanden, dass du bei namhaften Galerien nur einer unter vielen bist und weder Kontakt zu potenziellen Kunden noch Einfluss darauf hast, wie deine Bilder präsentiert werden.“ So reifte in ihm die Idee, eine eigene Galerie zu eröffnen. Eine, in der er seine Bilder zeigen konnte, so wie es ihm vorschwebte. Ende 2003 wurde er auf Räumlichkeiten in der Nähe des Viktualienmarkts aufmerksam, die ideal schienen – und wagte den Schritt. „Das war natürlich risikoreich. Aber auch wenn ich keinen detaillierten Businessplan hatte, habe ich gespürt, dass die Zeit reif war für ein solches Konzept – und Recht behalten“, sagt Nischke rückblickend. „Allerdings braucht es natürlich eine gewissen Anlaufzeit. Bei uns waren es drei Jahre. Erst dann waren wir wirklich bekannt, hatten eine umfängliche Kundenkartei, und die Erstkunden kamen wieder, um ein zweites Bild zu kaufen.“

digit! 2-2018 Das steckt dahinter
Die Galerie NISCHKE befindet sich in der Nähe des Viktualienmarkts im Gärtnerplatzviertel, neben Schwabing einer der kulturellen Hotspots Münchens, umringt von Bars, Restaurants und Clubs. Die knapp 100 m² große Galerie ist in einem Gebäude aus der Jahrhundertwende untergebracht, große Glasflächen verlaufen parallel zum Bürgersteig und bieten viel bespielbare Fläche. Die Wände bestehen aus unverputzten roten Backsteinen, vermeintlich ein No-Go für Kunsträume, doch gerade diese Besonderheit hat sich zu einer Art Markenzeichen der Galerie entwickelt. Hier hängen Nischkes Werke in unterschiedlichen...

 

 

 


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