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HAUT COUTURE

digit! 2-2018 Die menschliche Haut ist ein komplexes Medium, das nicht einfach zu beleuchten und zu fotografieren ist. Wir zeigen, wie man Haut und Körperkunst ins rechte Licht rückt. Von Tilo Gockel

Die Haut besteht aus vielen verschiedenen Schichten, die teiltransluzent sind und so alle gemeinsam das Erscheinungsbild beeinflussen. Daher ist es nicht einfach, Haut optimal zu beleuchten. Auch die Poren, die Mikrostruktur und etwaige Tattoos spielen bei der Auswahl der Lichtquelle eine Rolle.

Hauteigenschaften
Aus Kinofilmen wie Avatar weiß man, dass es noch immer schwierig ist, Haut optimal zu simulieren und zu rendern. Zwar hat sich in den letzten Jahren viel getan, aber noch immer wirkt am Rechner erstellte Haut gerade unter Bewegung eher künstlich. Der Grund ist, dass Haut aus mehreren Schichten mit unterschiedlicher Reflexion, Transmission und Absorption besteht und dazu auch noch Mikrostruktur in der Form von Poren und Härchen aufweist. Der Einfluss der Haut auf das Licht ist daher über die Maße komplex.

Haut und Körperkunst
Als Fotograf lernt man schnell, dass ein bestimmtes Licht die Haut ungesund und unvorteilhaft wirken lässt, während ein anderes Licht der Haut eher schmeichelt.

digit! 2-2018POREN, MIKROSTRUKTUR UND REFLEXION | Im ersten Beispiel (s. Abb.) sehen Sie ein Foto, bei dem das Modell mit dem Blitz auf der Kamera beleuchtet wurde. Diese Lichtquelle ist klein und auf der Kameraachse. Die Haut wirkt damit flächig, wächsern und ungesund. Die Poren und die Mikrostruktur verschwinden zum großen Teil, denn die koaxiale Beleuchtung ist schattenfrei 2, 3. Der direkt reflektierte Anteil des Lichts ist gegenüber dem rückgestreuten Anteil relativ hoch und bewirkt die unschönen kleinen Glanzlichter – die Specular Highlights – auf Wangen, Nase und Kinn. Die Farben im Tattoo leuchten zwar eindrucksvoll, wirken dadurch aber auch zu gesättigt, fast künstlich.

Das zweite Beispiel mit dem gleichen Modell, fünf Minuten später, ist unter natürlichem, diffusem Seitenlicht aufgenommen. Die Mikroschatten an der Hand und an der Wange sind vorhanden, fallen aber weich aus. Die Hautstruktur ist gut erkennbar, und die Reflexion bewirkt einen angenehmen, leuchtenden, gesunden Schimmer. Das Erscheinungsbild ist wesentlich vorteilhafter.

FARBE | Aber auch andere Einflussgrößen sind zu beachten. So reagiert der menschliche Sehsinn auf Farbverfälschungen bei Hautfarben besonders kritisch. Es empfiehlt sich daher, entweder Tageslicht oder Leuchten mit einem kontinuierlichen, tageslichtähnlichen Spektrum und einem hohen Farbwiedergabeindex einzusetzen. Xenonblitzlicht und Daylight-Gasentladungslampen (Beamer-Lampen) sind dem Tageslicht fast ebenbürtig, wohingegen LED- und


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