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ALLER GUTEN DINGE ...

digit! 5-2017Auf der Straße zeigt eine Stadt ihre Gesichter. Thorsten Wulff war mit der Nikon D750 in Berlin unterwegs und ist vielen Gesichtern begegnet: bekannten, maskierten und gelebten. Mit drei Objektiven hat er drei ganz unterschiedliche Tage erlebt.

SIEGER ÜBERALL
Ein Tag mit dem AF-S NIKKOR 24-70 mm f/2,8E ED VR

Berlin Marathon 2017, ein regnerischer Sonntagmorgen gegen 11 Uhr. Das Rennen startete um 9:15 Uhr, fast direkt vor meiner Haustür liegt Kilometer 30. Nasser Asphalt macht einen Streckenrekord oder sogar das erhoffte Unterlaufen der Zwei-Stunden-Grenze für Männer unwahrscheinlich. Ich stelle mich direkt an den Kurfürstendamm, die Spitzenläufer folgen der blauen aufgemalten Optimallinie. Viele Fotojournalisten setzen auf das 24-70-mm-Zoom-Nikkor als Arbeitspferd; ich habe es heute auf der D750 dabei. Die Kamera steht wegen des dunkelgrauen Himmels auf ISO 3.200, die Blende ist mit 2,8 ganz offen. Dadurch kommt eine komfortable Zweitausendstelsekunde zustande, kurz genug um die Regentropfen in der Luft einzufrieren. Das Objektiv fokussiert rasant und fast lautlos. Den Afrikanern muss im Nieselregen kalt sein als sie, von Motor- und Fahrrädern beschattet, vorbeikommen. Elegant und entspannt laufen der spätere Sieger Eliud Kipchoge aus Kenia (im weißen Shirt) und der Äthiopier Guye Adola synchron durch den Berliner Herbstregen. Das Bild entstand bei Brennweite 52 mm. Die D750 fokussierte die beiden Läufer zuverlässig mit AF-C- und 3D-Tracking. Durch die gewählte Brennweite ist die komplette Szenerie mit Publikum und Begleitern erkennbar, während die Männer, isoliert durch die geringe Schärfentiefe der Offenblende, das Geschehen dominieren.

Während sich der Marathon durch Berlin schlängelte, saß Martin Schulz noch auf der Terrasse im heimischen Würselen und trank Kräutertee. Am Nachmittag machte Schulz sich auf den Weg nach Berlin ins Willy- Brandt-Haus in der Wilhelmstraße. Das wie ein Schiffsbug in die Straße ragende Gebäude war von Polizei und Übertragungswagen der Fernsehanstalten gleichermaßen umstellt. Nach dem Passieren der Sicherheitsschleusen, das Handgelenk bekam ein gelbes Bändchen, die D750 ein blaues umgeschlungen, gelangte ich in die von Rainer Fettings Willy-Brandt-Statue dominierte Lobby. Draußen warteten Genossinnen und Genossen in Festzelten auf die 18-Uhr-Prognose, obligatorisch-rote Martin-Schulz-Luftballons lagen schon jetzt im Regen herum und warteten auf ihren Fotoauftritt in den Kommentarseiten der Montagszeitungen. In der Lobby war eine Bühne aufgebaut, vor der sich schon die Fotografen drängelten. Die Fernsehsender hatten ihre Interviewkabinen an der gegenüberliegenden Wand errichtet. Direkt an der Absperrung zur Bühne markierten auf den Boden geklebte DIN-A4- Blätter die Positionen der großen Agenturen, dahinter drängten sich alle anderen.


digit! 5-2017 Ich war im Gedränge dem jüngsten Juso aller Zeiten begegnet: Der zehnjährige Jan war mit seiner Mutter aus Südhessen nach Berlin gekommen, mit einem liebevoll aus Legosteinen gebastelten SPD-Schild. Nach der für die Kanzlerträume der SPD fatalen Prognose fragte mich ein Kollege vom Deutschlandfunk nach einem spontanen O-Ton, ich verwies ihn direkt ...

 

 

 


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