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LISTEN TO YOUR EYES

digit! 3-2018Der Celebrity- und Portrait-fotograf Peter Hönnemann sagt von sich, er habe einen intuitiven und direkten Zugang zu den Menschen. Wer seine Bilder betrachtet, glaubt ihm.

Es gibt dieses Making-of-Video, in dem Peter Hönnemann eine Ha-senmütze trägt und vor dem Menschen, den er gerade porträtiert, hin und her gestikuliert. Man könnte sagen: Er macht sich für ein gutes Portrait zwar nicht gerade zum Affen, aber immerhin zum Hasen. „Ich habe die Mütze in Berlin bei einer Beuys/Barney-Aus-stellung mit dem Titel ‚The presence must be transformed‘ gekauft. Ich nahm das Ausstellungsmotto wörtlich, setzte die Filzhasen-kappe auf und lief damit durch Berlin“, sagt Hönnemann. „Es funktionierte, meine Umgebung veränderte sich sofort. Menschen, die gedankenverloren ihres Weges gingen, lächelten – und so habe ich die Hasenmütze dann auch zeitweilig während meiner Portraitsitzungen getragen.“

Die Hasenkappe ist mittlerweile Geschichte, aber sie steht sinnbild-lich für Hönnemanns Herangehensweise. Wie allen guten Portraitfo-tografen geht es ihm auch darum, die Oberfläche zu durchstoßen, zum eigentlichen Kern des Menschen vorzudringen, der da vor ihm steht – darum Facetten sichtbar zu machen, die bislang verborgen blieben.  Hönnemann sagt von sich, er habe sich eine gewisse kindliche und unverblümte Art bewahren können, und das komme ihm während der Portraitsitzungen zugute. digit! 3-2018 „Es geht darum, eine Art positiven Kontrollverlust zu erreichen und meine Porträtierten aus ihrer Komfortzone zu holen, ohne dass sie sich dabei unwohl fühlen. „Si-cher im Unsicheren könnte man sagen. Bei Top-Schauspielern, die geübt darin sind, in jeder Sekunde in bestimmte Rollen zu schlüpfen, sei das naturgemäß schwerer als bei anderen Zeitgenossen, sagt Hönnemann. Trotzdem, auch hier zahlt sich seine Bereitschaft aus, sich selbst zu öffnen, damit sein Gegenüber sich ihm und der Kame-ra öffnen kann. Etwa bei Christoph Waltz, den er für die ZEIT-Magazin-Rubrik „Ich habe einen Traum“ vor der Linse hatte. Drei Wochen bevor der Schauspieler einen Oscar für seine Rolle in Tarantinos An-ti-Nazi-Blockbuster Inglourious Basterds erhielt, fing Hönnemann ihn ein, wie man ihn wohl selten gesehen hat: bübisch verschmitzt, in sich gekehrt – geradezu privat. Hönnemann ist mit Haut und Haar bei der Sache, wenn er Menschen porträtiert...

 


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